Der frubiase® SPORT blog

31. Oktober 2007
von drlinke

Verdammt mein Knie schmerzt…


Dr. LinkeBeim Laufen wird die gesamte Köpermasse ohne externes Sportgerät beschleunigt. Deshalb gehört das Laufen zu den eher anstrengenden Sportarten mit hohem Energieverbrauch. Neben dem Herz-Kreislauf-System werden vor allem Muskulatur, Knochen, Bänder und Sehnen sowie der Knorpel der Gelenke der unteren Extremität belastet.
Als Sportorthopäde habe ich dann schon mal Läufer mit Verletzungen wie Muskelfaserrisse, vor allem am rückseitigen Oberschenkel oder mit Bandverletzungen des Sprunggelenks in meiner Sprechstunde. Muskelrisse treten meist in der Start- oder Endphase einer Laufstrecke oder im Rahmen von Schnellkraftbewegungen auf. Akute Bandverletzungen am Sprunggelenk resultieren aus forcierten Umknickbewegungen auf ungeradem Untergrund.
Viel häufiger kommt es aber zu Fehlbelastungsfolgen, was aus einer unterschiedlichen Anpassungsfähigkeit der Gewebe resultiert. Während das Herz-Kreislaufsystem und die Muskulatur gut durchblutet sind und sich schnell an die gesteigerte Laufbelastung anpassen, vollzieht sich der Anpassungsprozess bei den schlecht oder nicht durchbluteten Geweben wie Sehnen und Knorpel wesentlich langsamer. Die kritische Belastungsgrenze an der Schwelle zur Überlastung liegt für den Normalläufer etwa bei 80 Laufkilometer pro Woche.
Die häufigste Ursache von Schmerzen sind vor allem Achillessehnenprobleme. Hier kann es zu Entzündungen des Sehnenansatzes am Fersenbein und zu Reizzuständen des Sehnenhüllgewebes oder der Sehne selbst kommen.
Knieschmerzen stellen einen zweiten Problemkomplex bei Läufern dar. Diese treten vor allem unter und um die Kniescheibe auf. Den Schmerz bemerken Sportler zunächst beim Laufen, nach längerem Sitzen und beim Treppensteigen. Oft sind hierfür Ansatzreizungen der Kniescheibensehne oder Schleimbeutelentzündungen verantwortlich.
Doch die Verletzungsgefahr kann durch das richtige Training minimiert werden. Knieschmerzen lassen sich vor allem durch die passende Laufschuhwahl und das regelmäßige Auswechseln des Laufschuhs vermeiden. Ein häufig getragener Laufschuh sollte je nach Laufpensum spätestens nach einem Jahr durch einen neuen ersetzt werden. Ausgetretene Schuhe erfüllen nicht mehr ihre Funktion und stellen ein Risiko für Überlastungsschäden dar. Weiter empfiehlt es sich intensives Training auf harten Böden (Teer) oder Böden mit hoher Haftreibung (Halle) zu vermeiden. Eine Überbelastung kann auch auftreten, wenn die Trainingsintensität zu hoch und die Trainingspausen zu kurz sind. Last but not least – auch das Aufwärmen sollte natürlich bei keinem Training zu kurz kommen.

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