Der frubiase® SPORT blog

16. November 2007
von TanjaP

Fitness-Food

TanjaNeulich war ich bei meinem alten Freund Sven zum Brunch eingeladen. Eigentlich eine feine Sache, sollte man meinen. Ich lief voller Vorfreude und mit knurrendem Magen in seiner 80-Quadratmeter-Angeber-Wohnung ein und freute mich auf Rühreier mit Speck, Bananenpfannkuchen, Milchshakes und ein kleines Steak-Sandwich zum Dessert. Schließlich arbeitet Sven als Personal Trainer. Und da verdient man nicht nur Unmengen an Geld, sondern man braucht auch massig Eiweiß und Kohlenhydrate, wenn man den ganzen Tag fleißig vor sich hin trainiert. Doch der Brunch verlief ganz entgegen meinen Erwartungen.

Zuallererst wurde ich schon beim Empfang an der Tür für meine Anreise mit der U-Bahn gerügt: „Du könntest ruhig öfter Fahrrad fahren, das würde deinem Hintern gut tun!“ Na prima. In Gedanken strich ich den Bananenpfannkuchen von meiner imaginären Speisekarte. Doch nicht nur der Bananenpfannkuchen war schnell in unerreichbare Entfernung gerückt. Statt allen herbeigesehnten Leckereien erblickte ich eine Karaffe, die mit Wasser und rosafarbenen Kristallen gefüllt war („aus dem Himalaya, das mineralisiert den Körper!“) daneben stand ein Korb mit grauem Brot („selbstgebacken!“) und eine Schale mit schrumpeligen Bio-Äpfeln. Eier mit Speck und Butter? Fehlanzeige! Doch weil ich ein zutiefst höflicher Mensch bin, ließ ich mir das karge Mahl auftischen und spülte abwechselnd Beton-Brot und Mumien-Äpfel mit viel Himalaya-Wasser herunter. Es gab sogar noch Espresso („Zucker hab’ ich keinen da!“) und selbst geschrotetes Müsli („Ich rühr’ mir das immer mit Wasser an, da kriegst du viele Kohlenhydrate, aber sparst Fett!“). Was soll man dazu sagen? Ich war hinterher zwar satt, aber keineswegs zufrieden. Und fit für eine Sporteinheit, zu der Sven mich prompt aufforderte, fühlte ich mich schon gar nicht – ich verabschiedete mich schleunigst.

Trotzdem hat die Bemerkung über das Fahrradfahren und meinen Hintern meinen sportlichen Ehrgeiz geweckt. Seither schwinge ich mich brav täglich eine Stunde in den Sattel und frühstücke statt Schoko-Croissant lieber Früchtemüsli – aber mit Milch, nicht mit Wasser. Schließlich sind bestimmte Fette in der richtigen Menge unerlässlich für eine gesunde Ernährung, ganz zu schweigen vom besseren Geschmack. Und um auf der sicheren Seite zu sein, gönne ich mir eine Brausetablette.

Ach, und als ich gestern fleißig an Svens Lieblingsrestaurant vorbei radelte, könnte schwören, dass ich ihn durchs Fenster gesehen habe. Vor ihm stand ein riesiges Schnitzel mit Pommes und ein Humpen Bier…

Share

Einen Kommentar schreiben

http://www.frubiasesport.de – letzte Aktualisierung: