Der frubiase® SPORT blog

18. Dezember 2007
von TanjaP

Mein Haustier, der Schweinehund

TanjaIch liebe Tiere über alles. Habe schon Hamster, Katzen, Schildkröten, Fische und Papageien beherbergt. Bücke mich auf der Straße nach jedem flauschigen Welpen zum Kraulen. Eine Spezies bringt mich allerdings immer mal wieder an die Grenzen meiner guten Laune: der berühmte Schweinehund. Dabei habe ich mir den niemals in einer Zoohandlung ausgesucht. Er kam aus dem Nichts und hat es sich einfach so bei mir gemütlich gemacht. Manchmal verhält er sich tagelang völlig ruhig, fordert weder Futter, noch besondere Beachtung. Das sind die Zeiten, in denen ich die schier endlosen Bauchmuskelübungen im Pilates-Kurs ohne Murren mitmache, statt Auto trotz grimmigster Klimaverhältnisse Fahrrad fahre, mir morgens mein Früchtemüsli in den Magerquark rühre und abends einen Salat mit Putenbrust zubereite. Doch kaum wiege ich mich in Sicherheit, meldet mein grantiger Genosse sich mit einer Mischung aus Grunzen und Knurren zurück: „Wann gibt’s denn endlich wieder Marmeladenbrötchen zum Frühstück und Salami-Pizza zum Abendessen? Das war doch viel leckerer als dieses Hasenfutter! Und Fahrradfahren?? Bei der Eiseskälte? Also ich würde lieber im geheizten Kleinwagen transportiert werden! Und überhaupt, Pilates – tsssss! Das ist doch nur was für frustrierte Hollywood-Stars. Auf der Couch liegen, Schokokekse knabbern und in Klatschmagazinen nachlesen, ob Paris und Co. Pilates machen, ist ja wohl viel interessanter!“ So grunzt und knurrt er, der Schweinehund. Um ihn ruhig zu stellen, hab ich schon alles versucht: ihn anfauchen, um Gnade bitten, ignorieren. Keine Chance! Deshalb musste der Ratgeber „So zähmen Sie Ihren inneren Schweinehund“* her. Den habe ich aufmerksam studiert. Und seither lebe ich mit meinem Tierchen sehr friedlich zusammen. Regel Eins für Schweinhund-Halter: Die Viecher mucksen nur dann auf, wenn man mit ihnen alleine ist. Deshalb ist der beste Trick, gerade beim Sport, sich mit anderen zu verabreden. Regel Zwei: Man sollte niemals Verbote aufstellen – darauf reagieren die störrischen Wesen nur mit immer neuen Forderungen. Also statt „Es gibt NIE MEHR Marmeladenbrötchen zum Frühstück!“ wirkt ein Kompromiss wie „Von mir aus am Wochenende, aber unter der Woche musst du dich mit Müsli zufrieden geben!“ viel überzeugender. Und schließlich Regel Drei: Den Schweinehund konkret auf Abmachungen festnageln, zur Not schriftlich. Er ist nämlich sehr schwer von Begriff. Ein Post-It mit „Donnerstag, 18 Uhr, Pilates“ versteht er viel besser als „Nächste Woche könnte man irgendwann mal wieder Sport machen“. Versprochen, es funktioniert! Mein Haustier grunzt und knurrt zwar immer noch manchmal leise, aber meistens klingt das ganz zufrieden.

*von Marco von Münchhausen, Piper Verlag, 12 Euro

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