17. Januar 2008
von drlinke
Laufschuhe – Blasengarant oder 7 Meilen Stiefel!
An was liegt’s?
Expertentipp vom Sportorthopäden Dr. Ralf Linke
Hatten Sie schon einmal das falsche Schuhwerk beim Joggen an? Wenn ja, dann wissen Sie spätestens seitdem, dass ein gut sitzender Turnschuh das A und O ist, um Spaß an den regelmäßigen Joggingrunden zu haben und, noch viel wichtiger, um auf Dauer keine gesundheitlichen Schäden davonzutragen.
Da es aber gar nicht so einfach ist, für sich den passenden Laufschuh zu finden, hier ein paar Tipps, auf was man beim Kauf unbedingt achten sollte.
Das Wichtigste bei der Schuhauswahl ist natürlich die perfekte Passform; vor allem im Fersen- und Mittelfußbereich sollte der Schuh optimal anliegen. Übertriebener Glaube an High Tech ist bei der Auswahl gar nicht immer so hilfreich. Wichtig ist, der Laufschuh muss in der Aufsetzphase der Ferse eine ausreichende Dämpfung bewirken, die Ferse aber gleichzeitig auch führen und stützen. Dies erreicht man durch eine gewisse Festigkeit des Obermaterials im Fersenbereich. Die Sohle darf aber auch gleichzeitig nicht zu dick sein, der Schuh wird so nämlich nur unnötig schwer. Außerdem wird dadurch auch der Fuß destabilisiert, was wiederum das Verletzungsrisiko enorm steigern kann. Weiter sollte die Sohle im vorderen Bereich auf Höhe der Zehengrundgelenke quer eingekerbt sein, hinten darf die Sohle maximal 10 bis 12 Millimeter dicker sein als vorn.
Doch nicht nur Stabilität ist das Zauberwort, in der Abrollphase des Laufschrittes ist auch eine ausreichende Flexibilität des Schuhs erforderlich, um den Fuß nicht in seiner natürlichen Bewegung einzuschränken. Testen Sie daher beim Schuhkauf, ob sich der vordere und der hintere Schuhteil ca. 10 Grad gegeneinander verdrehen lassen.
Auch von Bedeutung sind natürlich die anatomischen Gegebenheiten wie z.B. individuelle Fußform (breit, schmal, Hohlfuß, Plattfuß, Knickfuß etc.) und die Beinachse (X-Bein, O-Bein). In den meisten Fällen ist eine Beratung in einem qualifizierten Sportfachgeschäft ausreichend. Mit einer Laufbandanalyse, barfuss und mit Sportschuh, überprüft hier der Schuhexperte übertriebene Pro- oder Supinationsstellungen des Fußes und berücksichtigt diese bei der Schuhauswahl.
Gerade aber bei „Problemfüßen“ oder weiterreichenden Fußfehlstellungen sollte man den Gang zum Orthopäden für eine exakte Analyse nicht scheuen. Gegebenenfalls kann einen dieser mit den entsprechenden Schuheinlagen versorgen.