Der frubiase® SPORT blog

24. Juni 2008
von susanneg

Der große Tag: mein zweiter Triathlon


Der Tag war toll, die Stimmung fantastisch und der Alpentriathlon einfach wieder ein Erlebnis, dass man nicht verpassen darf! Ich bin mit meiner Familie Freitagabend angekommen. Wir haben erst einmal eingecheckt und dann ging es auf die Nudelparty – lecker Nudeln essen mit Triathlonprofis direkt am Nebentisch. Vor der Wettkampfbesprechung fand noch ein Interview mit den Favoriten der Elite statt. Das war total aufregend und hat mich persönlich sehr bewegt. Man selbst ist plötzlich als kleiner Amateursportler unter den ganz großen Deutschen und auch internationalen Größen dieser Sportart. Und die Profis erzählen, wie anstrengend dieser Triathlon ist und dass sie selbst auch kämpfen müssen. Das motiviert!

Am nächsten Morgen war es dann soweit… Als ich in den Schwimmstartbereich einchecke, stehen um mich herum alle Männer der Elite, die kurz vor mir ins Wasser springen. Ich seh´ mir diesen Start aus nächster Nähe an und bin total motiviert und bekomme Lust, das endlich durchzuziehen und es hinter mich zu bringen. Das unglaubliche Alpenpanorama und die Sonne – es verspricht ein Supertag zu werden. Ich ziehe meinen Neoprenanzug an und dann der Schreck, der Reißverschluss geht auf einmal kaputt. Scheiße! Jetzt bloß nicht aus der Ruhe bringen lassen, dann muss ich mich eben ohne Neopren durch das kalte Wasser kämpfen! Hilft nichts! Augen zu, konzentrieren und zur Ruhe kommen. Startschuss – ich hechte los und bin so wild auf diesen Wettkampf, dass ich nicht einmal merke, wie kalt das Wasser ist. Ich schwimme einfach. In knapp 40 Minuten schaffe ich die Strecke. Sofort gings weiter aufs Rad. Der Übergang klappt problemlos und ich fühle mich gut. Dann kommt der erste Berg und die Qual beginnt. Während ich radle, überholen mich ständig total durchtrainierte und fitte Männer, einige von ihnen feuern mich sogar an. Total schön! Das freut mich so sehr und gibt mir Kraft, einfach weiter zu radeln! Die erste lange Abfahrt – total geil, einfach laufen lassen und die Geschwindigkeit spüren. Dann der zweite steile Berg, ich überhole eine andere Frau, die abgestiegen ist. Dann kommt wieder eine Abfahrt, die mit einer scharfen Kurve endet. Und dann der Sturz. Ich war zu schnell, hab dann gebremst und bin einfach über den Lenker gefallen. Irgendjemand räumt mich und mein Rad auf die Seite. Die nächsten zehn Minuten. bekomme ich nichts mit, mein Kreislauf bricht fast zusammen und meine Gedanken kreisen nur um ein Thema: So ein Mist, dass darf doch jetzt nicht wahr sein, ich muss weiterradeln, mein Ziel erreichen. Riesenenttäuschung! Mir ist Gott sei Dank nichts Ernstes passiert und der Sturz war auch nicht schlimm. Die Leute geben mir Wasser und kümmern sich um mich, bis der Krankenwagen kommt, meine Schürfwunden desinfiziert werden – was mehr brennt, als meine Oberschenkel wenn ich den Spitzingsattel hochradel. Wieder aufs Fahrrad steigen darf ich nicht. Ganz am Ende sammelt mich der Besenwagen ein und fährt mich zum Spitzingsattel. Meine Familie und Freunde warten auf mich und drücken mich ganz feste! Die Enttäuschung hört auf und wandelt sich wieder in Kampfgeist – Alpentriathlon 2009, wir sehen uns wieder. Und dann feuere ich die anderen Triathleten noch tapfer an…

Nachdem der Triathlon zu Ende ist und wir mit Kaiserschmarrn gemütlich am Spitzingsee sitzen, kommt ein Sportler zu mir und fragt mich, ob ich mich an ihn erinnere, er habe mich am ersten Berg überholt und mich angefeuert. Er will mir jetzt nur sagen, dass er es ganz toll findet, dass jemand wie ich diesen Triathlon macht. Er selbst weiß, was für ein Kampf das ist. Leider muss ich ihm sagen, dass ich gestürzt bin, aber wir verabreden uns für das nächste Jahr, um wieder zu kämpfen. Ein Wahnsinnserlebnis! Toll, wenn einen fremde Menschen ansprechen, Mut geben und unterstützen.
So sitz ich nun da, mit meinen aufgeschürften Ellenbogen, meinen blauen Flecken am Bein und den Prellungen und doch kann ich einfach nur sagen: Ich bin glücklich! Niemals möchte ich diese Erfahrung missen, nächstes Jahr bin ich sowieso wieder dabei und ganz ehrlich: Der Weg war das Ziel! Auch wenn es schon ein bisschen weh tut, nicht einmal mehr die Möglichkeit gehabt zu haben, das Wettkampfziel zu erreichen… Aber, wie mir auch zwei Profitriathleten gesagt haben, die mit mir im Besenwagen saßen: So eine Erfahrung, egal wie schlecht und blöd sie scheint, sie macht dich härter und stärker.

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