Der frubiase® SPORT blog

12. Juni 2008
von Dr. C. Lukas

Verletzungsgefahr im Laufsport – Ermüdungsbrüche

Sport ist in erster Linie gesund. Allerdings kann es auch schon mal vorkommen, dass man das Training vor anstehenden Wettkämpfen oder übertriebenem Ehrgeiz ein wenig übertreibt. Häufig wird auch die Trainingsintensität zu schnell gesteigert und für die Regenerationsphase zu wenig Zeit einplant.
Treten dann Schmerzen auf, sollte das nicht als Lappalie abgetan werden.

Veränderungen im Körper durch zu intensives Training
Körperliche Belastung führt nicht nur zu einem Aufbau der Muskelmasse. Auch in den Knochen führt sportliche Betätigung zu Umbauvorgängen. Als Reaktion auf die Belastung wird nicht nur Muskelmasse aufgebaut, sondern auch neue Knochenmasse gebildet. Zunächst allerdings wird der vorhandene Knochen abgebaut, was für das Training ein Risiko birgt.
Zu intensives Lauftraining kann dann dazu führen, dass die Abbauvorgänge im Knochen überwiegen. Es kommt zu Stressreaktionen, also Entzündungsvorgängen im Knochen und letztendlich, bei Überschreiten der Knochen-Elastizität, zu einem Ermüdungsbruch. Entscheidende Parameter sind hier Trainingsumfang und –Intensität, sowie die Regenerationszeiten. Auch die Steigerung der Trainingsbelastung kann entscheidend sein, da die Anpassungsreaktionen des Knochens langsamer erfolgen, als die der Muskulatur.
Des Weiteren stellen Menstruations- und Essstörungen, geringe Knochendichte, anatomische „Normvarianten“ (z.B. Beinlängendifferenzen) und muskuläre Schwächen Risikofaktoren im Training dar. Technikfehler und schlechte Ausrüstung können ebenfalls negative Auswirkungen haben.

Häufige Beschwerden bei Läufern
Die Beschwerden sind bei Läufern vorrangig am Unterschenkel, Rück- und Mittelfuß lokalisiert. Häufig kommt es zu belastungsabhängigen Schmerzen am Knochen.
Treten Schmerzen auf ist meistens eine weitere Diagnostik (Anamnese, klinische Untersuchung, Röntgen oder Kernspin) beim Arzt unerlässlich. Neben der Therapie der Beschwerde ist aber auch die Ursachenforschung und eine Trainingsberatung dann besonders ratsam.
Um von vornherein solche „Begleiterscheinungen“ zu minimieren, empfiehlt es sich für jeden darauf achten das Training vernünftig, also Stück für Stück, zu steigern und dem Körper auch zwischen den Läufen genügend Zeit geben, sich zu regenerieren.
Langsam eingestellte Trainingserfolge sind schließlich viel angenehmer als ein abruptes verletzungsbedingtes Trainings-Aus!
Und sollten nach einem intensiven Training doch Schmerzen auftreten, dann lieber einen Arzt aufsuchen und nicht hoffen, dass es beim nächsten Training schon besser sein wird!

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