26. August 2009
von Hauke König
Müritzlauf – Letzte lange Trainingseinheit vor dem Schwarzwald
Der Müritzlauf ist ein Klassiker in der Ultra-Szene. 76 Komma was weiß ich Kilometer um die Müritz.
Es ist in zweierlei Hinsicht ein besonderer Lauf für mich: Denn erstens ist es die letzte lange Laufeinheit vor meinem Vorhaben alleine, selbstversorgt und nonstop den Schwarzwald zu durchqueren, andererseits habe ich meinem Freund Tilman (http://www.korrekt-laufen.de) versprochen, ihn bei seinem ersten Ultra zu begleiten.
Ich selbst nutze den Lauf, um mit möglichst viel Gewicht (etwa 9 kg) in meinem Rucksack mit mir herumzutragen und schon mal zu schauen, wie ich am besten das Gewicht ausbalanciere, das ich im Schwarzwald mit mir herumtragen muss.
Tilmans Mutter wohnt in Waren. Dem Start- und Zielort. Ich bin eingeladen dort zu übernachten, komme aber leider erst um 01.00 Nachts dort an. Wir schlafen alle sehr kurz, denn um 06.00 klingelt schon der Wecker und um 08.00 geht es los.
Da ich außer Konkurrenz laufe, sondern meine „Aufgabe“ darin besteht Tilman gut ins Ziel zu bugsieren, mache ich mir überhaupt keine Sorgen um Zeiten und Pace.
Um 8.00 schießt irgendjemand direkt neben mir mit einem Revolver in die Luft. Zuerst vermute ich, dass ich tot bin, dann merke ich: Ich bin nur taub. Das Teilnehmerfeld zieht gnadenlos ab und ich frage mich, ob die alle supergut trainiert sind, oder unerfahren, oder einfach bescheuert. Die Zahl der auf der Stecke Gebliebenen gibt allerdings eine klare Antwort. Sie sind untrainiert und/oder bescheuert! Wie geil, dass sich Tilman davon so überhaupt gar nicht aus der Ruhe bringen lässt. Der zieht nämlich sein Ding durch. Ich nehme manchmal das Tempo raus und ermutige zu Gehpausen, manchmal forciere ich, um das rauszuholen was drin ist ohne Tilman (und mich natürlich) zu überfordern. Der wiederum läuft wie eine Maschine. Er hat sein Tempo und zieht das gnadenlos durch (6.45). Unglaublich für jemanden ohne Ultra-Erfahrung.
Kein Wunder, denn der Support beim Müritzlauf ist unglaublich. In jedem durchquerten Dorf jubelnde und anfeuernde Menschen. Die Strecke ist 1A ausgeschildert, Verpflegungs- und Getränkestationen gibt es etwa alle 4 Km.
Und das bei wunderbarem Wetter. Perfekt!
Ich weiß nun wie ich meinen Rucksack für den Schwarzwald packen muss und Tilman darf sich ab jetzt „Ultra Marathon Läufer“ nennen.
Das Ticket für die Brocken-Challenge 2010 ist für uns beide theoretisch gebucht (Hallo, Markus
). Juchhu !!!
Allerdings ist meine geplante Schwarzwalddurchquerung mit 8000 Höhenmetern und etwa 290 Kilometern ja noch mal eine andere Hausnummer. Aber ich mache mir keine Sorgen und hoffe auf gutes Durchkommen. Was getan werden musste, habe ich getan.
P.S. : Ich habe schon ein bisschen Respekt vor zwei Nächten alleine durch den Wald. Uhhhh….spookey……
Ich werde einen langen Bericht schreiben.
Hey Hauke,
thx nochmals für den Support. Dass du mitgelaufen bist, hat mich ungemein motiviert! Und es war einfach ein super Tag. Aber “Maschine” – wer ist hier die Maschine, hä?
Alles Gute für die Schwarzwald-Nummer.
Cheers
Tilman
PS: Brocken-Challenge. Oha.
Auf den langen Bericht von der Schwarzwaldquerung bin ich auch gespannt, das klingt stark! Wobei auch die Leistung jetzt schon stark war. Für Neulinge der Szene ist so eine Begleitung sicher perfekt.