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9. September 2009
von Martin Orban

Unsere 2. Nordalpentour 2009 mit dem Rennrad

martinorbanEndlich war es wieder soweit: Unsere diesjährige private Nordalpentour mit Andreas, Mathias und mir versprach wieder 3 Tage Rennspannung. Letztes Jahr konnte Andreas durch seine 12000 Jahreskilometer (Rennrad) konkurrenzlos gewinnen. Dieses Jahr waren auch Andreas und ich in Topform.

Die Tour 2009 bestand planmäßig aus 3 Etappen:

  1. Starnberg über Kesselbergstrasse zum Walchensee und wieder zurück (120km)
  2. Starnberg über Murnau zum Kloster Ettal und wieder zurück (Dauerregen verhinderte diese Etappe)
  3. vom Ötztal hinauf zum Timmelsjoch (Passhöhe 2509m, 1500HM, 37km mit einer durchschnittlich 5% Steigung, maximal 16% Anstieg)

Am ersten Tag führt die Tour über 120km von Starnberg nach Urfeld am Walchensee. Bis nach Kochel ist es eine Flachetappe. Auf diesen ca. 55km kann man sich und seine Muskulatur gut auf die dann folgende Herausforderung Kesselbergstrasse vorbereiten. Für diejenigen, die eine der berühmtesten Anstiege hinauf zu den Bergen der Alpen nicht kennen:  nordalpen1Die Kesselbergstrasse führt von Kochel am See hinauf zum Walchensee. Die Serpentinenstrasse steigt 5 km circa 6-8% über 300 Höhenmeter an. Andreas und ich stellen einen neuen persönlichen Zeitfahr-Rekord auf. Vom Wegweiser Walchenseekraftwerk bis zur Passhöhe brauchen wir nur sensationelle 13 Minuten 19 Sekunden. Oben auf der Passhöhe angekommen sind wir heilfroh, dass der Etappenhöhepunkt hinter uns liegt. Allgemein gilt die Kesselbergstrasse als wichtiger Messer der individuellen Leistungsfähigkeit. Die 5km gleichmäßig ansteigende Straße zeigt unverblümt auf, wer die beste Grundlagenausdauer besitzt (mehr Infos zu diesem Thema findet ihr auf www.radsporttraining.wordpress.com). Unsere Durchschnittsgeschwindigkeit lag zwischen 19 und 22 km/h. Sensationell!

Nach dem Pass erwartet uns die kurze Abfahrt zum wunderschönen Walchensee. Wir ruhen uns daraufhin unten in Urfeld auf den Bierbänken aus und trinken Spezi und machen Brotzeit. Nach der Erholungspause fahren wir dann im D-Zug wieder nach Starnberg zurück.

nordalpen2Der 2. Tag der Tour fiel leider ins Wasser: Regen von früh bis spät. Wir unternehmen noch den verzweifelten Versuch mit dem Auto und Fahrräder im Kofferraum nach Mittenwald zu fahren, aber dort regnet es gleichermaßen. Die Zeit nutzen wir um unseren Traum zu planen und am 3.Tag unserer Nordalpentour wahr zu machen. Andreas wollte unbedingt einen langen und hohen Anstieg fahren. Wir erinnern uns an unseren Alpencross von 2004, bei dem wir uns damals nicht trauten die schwierige Route über das Timmelsjoch zu fahren. Diese Schmach wollen wir wieder vergessen machen und planen einen frühen Aufbruch für Sonntagmorgen.

7:15Uhr Sonntag früh: Weckerklingeln. Wir raffen uns auf, essen Haferflocken mit Bananen, Cornflakes und Semmeln. Dann laden wir unsere Rennräder in den Kofferrauch und fahren um Punkt 8:13 Uhr aus Starnberg los Richtung Süden. 11:00 Uhr kommen wir in Längenfeld im Ötztal an. Dort montieren wir unsere Räder und starten zum 37km langen Anstieg zum Timmelsjoch, 2509 Meter über Normalnull, einem der höchsten Pässe in den Alpen, der Wasserscheide Europas und der Grenze zwischen Österreich und Südtirol.

Die ersten 10 Kilometer bis Sölden bewältigen wir schnell. Nach Sölden aber fängt der Anstieg mit voller Wucht an. Rückblickend befindet sich der steilste Anstieg mit 16% tatsächlich auf diesem Teilstück nach Sölden noch weit vor dem eigentlichen Timmelsjoch. Der mittlere Teil des Anstiegs führt bis nach Hochgurgl zur Mautstation hinauf auf circa 2000 Meter. Dort angekommen denken wir für einen kurzen Moment, wir hätten es schon geschafft. Aber die Höhenangabe 2000 Meter stimmt nicht ganz mit den Zielwerten überein. Nein, es kommt noch schlimmer: Nach der Mautstation geht es noch mal 200 Höhenmeter bergab und am Ende dieser Senke sieht man sich eine schier endlos erscheinenden Rampe gegenüber, die einem die letzte Motivation raubt. Aber wir fahren mit ordentlich Laktat in den Beinen weiter und weiter die endlosen Serpentinen hinauf. Zwischendurch überholen wir immer wieder Mitstreiter und stehengebliebene, sich ausruhende Rennradbegeisterte. Ein Buss kommt uns auch noch entgegen und fährt uns fast platt, als er sich so in die Kurve legt.

nordalpen3Dann endlich nach 1h und 56 Minuten erreiche ich das lang ersehnte Ziel. Ein atemberaubender Blick auf die schier endlosen Berge im Süden liegt vor uns. Andreas folgt anschließend und wir liegen uns in den Armen. Wir haben es geschafft. Wir gönnen uns einen Germknödel auf der Gipfelstation. Mathias folgt uns mit 1h Verspätung. Wir haben es alle drei geschafft und sind mächtig stolz auf uns, bevor wir uns wieder in die rauschende Abfahrt zurück machen.

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2 Reaktionen zu „Unsere 2. Nordalpentour 2009 mit dem Rennrad“

  1. Ronald Montale

    Nett und bemüht – wie ödet einen sinnlichen menschen
    aber die sekundenabzählerei an, die dan aufden bierbänken
    endet. japsend fährt man dann nach hause, aber etwas
    erlebt? Aber freut euch des Laktats in euren Beinen,
    irgendwann könnt ihr verstehen was ich meinte.

  2. Michael Helm

    Kesselberg – also wirklich kein großes Ding.
    Bin ich zu meiner Bundeswehrzeit in Murnau als Intervalltraining 4-5mal hintereinander mit 53/17 hochgefahren. So ungefähr im 35er-Schnitt.
    Sportliche Grüße
    Mike

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