9. Februar 2010
von Hauke König
Mal auf La Gomera laufen
Ich gebe zu – am Anfang der Reise dachte ich: „Naja, ne Insel im Atlantik, mit ein paar Bergen. So wild kann das ja nicht sein und Laufen geht immer und überall.“
Dann kam der Moment, an dem ich die Fähre verließ und massive 700 Meter empor schaute. „Ok, Laufklamotten hätte ich zu Hause lassen können“, war dann der erste Gedanke „Da kommt man nie hoch, zumindest nicht von der Seeseite.“
Aber nix da. Schon am ersten Tag entdeckte ich einen Trail, der in einem Tal beginnt, das schließlich am Meer endet. Von dort zieht er sich auf etwa 840 Meter hinauf. Ein erster Versuch ergab, dass es von Haustür zum Gipfel und zurück etwa 5km (!) sind und ich diese beim ersten Versuch in 1 Stunde 20min machte. Nur mal, um zu verstehen worum es sich da handelt. Danach war ich fix und fertig – Berge boah!!
In Deutschland eisige Temperaturen und hier 24°C im Schatten. Die Sonne brennt mit ganz anderer Intensität, aber ich mach mir da mal einfach nichts draus. Das hat den einfachen Grund: Es ist mein Klima. So kam ich also nach einem ersten Antesten zu dem Schluss:
Jau, ist machbar. Gleich am nächsten Tag gab es eine Klettertour mit meiner Tochter (10 Monate), die es sich während ich ging und kletterte, in dem Rucksack auf meinem Rücken gemütlich gemacht hatte. Der Weg war dann nach 7 Km und etwa 465 Hhm weggespült und aus Gründen, welche nur ein Vater versteht, der seine Tochter auf dem Rücken trägt, drehte ich um und trat den Heimweg an. Aber zurück zum Training: In den nächsten Tagen fand ich „meine“ Strecke dort. Insgesamt 16,4 Km und etwa 1050 Hhm.
Im Hinblick auf die anstehende Brocken Challenge (http://brocken-challenge.de/) tat es mir sehr gut auch endlich mal in den Bergen zu üben. Der Tribut meiner Haltung „Eigentlich bin ich ja ganz gut trainiert“ war eine dreitägige Trainingspause. Grund: Muskelkater. Und ich gebe frei zu, dass mir meine Oberschenkel seit meinem ersten 24 Stunden Lauf nicht mehr sooo wehgetan haben. Klar, es war das Bergablaufen. Nach etwa einer Woche hatte sich dann aber sowohl meine Muskulatur, als auch meine Optik an die hiesigen Verhältnisse angepasst und ich konnte relativ frei lange Strecken mit großen Höhenunterschieden laufen. Und damit meine ich, dass es irgendwann selbst mir möglich war nach einigen Stunden noch Teilstecken zu laufen, die berauf gingen. Und nicht wie sonst solche zu wandern. Coool, ein ganz persönlicher Erfolg.
Das Wichtigste an diesem Trainingsprogramm und seiner Wirksamkeit ist auf jeden Fall die Schönheit der Gegend dort. Für einen Norddeutschen wie mich ein fast unfassbar magisches Erlebnis: Alpen ohne Schnee mit anschließendem Bad im Meer. Für Trailläufer unglaublich viele, krasse Touren, die in einer Art Vegetation und Geografie liegen auf die ich näher gar nicht eingehen möchte. Es ist warm und sonnig, es gibt Eidechsen, Kakteen, Palmen, Berge, Täler, nette Menschen, gegrillter frischer Fisch (Thunfisch), Avocados, Papayas, Bananen, Meer, Strand……
Ich wünschte Hamburg läge dort. Abgesehen vom Laufen kann man dort natürlich auch noch andere Sportarten treiben. Aber psssst!
Toller Bericht. Aber hätte man das nicht auch geheimhalten können? Das klingt so gut, dass jetzt wahrscheinlich Heerscharen von Schweinehundtyrannen (meiner eingeschlossen) drauf anspringen. Danke jedenfalls.
Hey Marvin, vielen Dank für den Link. Der Bericht von euch beiden ist der Hammer ! Hat das Hündchen diktiert, oder auch selbst geschrieben ?
Ich berichte. Herrchen möchte unerkannt bleiben. Aber je mehr von diesem Blog erfahren, desto eher kommt ans Licht, wer dahintersteckt… Hinweise gibt es ja einige
Hi Hauke, ich war ja auch schonmal auf LG und habe einige Höhenmeter gemacht – allerdings gehend… Die Insel ist einfach sooo hässlich, alles zugepflastert mit Betonburgen und Asphalt, total langweilig und von Trails keine Spur. Nur mal so als Anmerkung. Und die Leute dort sind super nervig und stressig. Ich kann wirklich niemandem empfehlen, auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, dort zu verweilen. Ich war jedenfalls nicht das letzte Mal dort. Oder so ähnlich.