12. März 2010
von Horst W.
Suchtpotential
Hallo, ich bin der Horst, Jahrgang 1966 und war seit 1982 viele Jahre drogenabhängig. Wie Ihr Euch daher wahrscheinlich vorstellen könnt, habe ich in meinem Leben nicht allzu viel zustande gebracht. Das Einzige um das ich mich immer gekümmert habe, war die Beschaffung von Drogen. Was dann zur Folge hat, dass man regelmäßig im Knast hockt. Im Sommer 2009 bin ich schließlich hier in der JVA Darmstadt gelandet, wo man mich darauf hingewiesen hat, dass ich ja mal etwas anderes machen könnte, außer immer wieder Drogen zu nehmen. So entschloss ich mich bei dem Laufprojekt „Lass Deinem Körper freien Lauf“ teilzunehmen, obwohl ich ja schon meine Bedenken hatte. Ich als Konditionslegastheniker – ob ich das wohl schaffen würde? Trotz allem: gesagt, getan. Und ich kann Euch sagen, der Anfang war wirklich nicht einfach für mich. Zum Glück wurde das Ganze unter professioneller Anleitung durchgeführt und so ließen erste Erfolge nicht lange auf sich warten. Der Gedanke, etwas Gutes für meinen Körper getan zu haben, motivierte mich noch einen Schritt weiter zu gehen – Marathon. Warum eigentlich nicht? Wenn es mir zu viel werden sollte, kann ich ja immer noch aufhören. Denn Marathon ist ja schließlich etwas anderes als nur eine Stunde im Kreis zu laufen. Da verlangt man sich und seinem Körper schon etwas mehr ab. Vor ungefähr vier Monaten habe ich dann mit dem Marathontraining begonnen und das Wichtigste, das ich in den Monaten des Trainings gelernt habe, ist: Ohne Disziplin geht nichts, absolut nichts. Ich bzw. wir laufen seit dem ersten Tag nach einem für uns speziell zugeschnittenen Trainingsplan. Und wenn man diszipliniert an die Sache rangeht, dem Trainingsplan folgt und keine Trainingseinheit auslässt, dann ist es für jeden möglich, einen Marathon zu laufen – vorausgesetzt, man bleibt verletzungsfrei. Für mich füllt das Laufen eine große Lücke in meinem Leben. Zeiten sind dabei für mich nicht wichtig. Ich laufe, weil es mir Spaß macht und nur das Ankommen zählt für mich persönlich. Also trainiere ich weiter, fünfmal die Woche, bis zum besagten Tag X!
Horst W.
Deine Geschichte liest sich gut, und man kann sich nur mit dir freuen, dass du es geschafft hast, dich von den Drogen los zu lösen.
Freue dich auf deinen ersten Marathon, gut vorbereitet, ist es ein unvergessliches Erlebnis und schreit nach mehr.
viel Glück und Kompliment für deine Stärke !