8. Juni 2010
von Thomas Ehmke
German100 – ein 162 Kilometer- / 4400 Höhenmeter-Trail
Hier kommt der Bericht zum German100 Trail Race. Erstmal: Ich habe es überlebt, das zweite 100 Meilen Trail Race innerhalb von drei Wochen. Nach 25 Stunden und 25 Minuten bin ich mal wieder zusammen mit Peter Jansen über die Ziellinie geschlappt.
Es waren, wie ihr Euch sicher denken könnt, keine ganz einfachen 100 Meilen. Wobei ein 100 Meilen Trail Race niemals einfach ist, egal, ob es nun flach oder steil ist oder man gut regeneriert ist oder auch nicht.
Peter und ich hatten in Sachen Regeneration die gleichen Vorraussetzungen: Beide kaum regeneriert vom letztem 100 Meiler (run2KILL) standen wir am Samstagmorgen in Landwehrhagen bei Kassel mit 14 anderen Teilnehmern am Start. Das Wetter war klasse und die Strecke hörte sich schon nach dem Briefing und den Erzählungen des Veranstalters mehr als interessant an: Überwiegend Trails und unwegsame Pfade mit teilweise kniffligen Orientierungsherausforderungen. Zur Pflichtausrüstung gehörten bei diesem Lauf Karten und ein GPS Gerät mit langer Batterielaufzeit. Die Verpflegung und Organisation war mal wieder erste Sahne, da sie von Michael Neumann nebst Susanne und Hans-Dieter Weißhaar gereicht wurde. Hans-Dieter Weißhaar ist weltweit der Mensch, der die meisten 100 Meilen Läufe gefinshed hat. Es sind weit über 200 Stück.
Okay, nun zum Rennen. Schon nach ein paar Kilometern zeigt sich, dass Aufmerksamkeit und Kartenkunde oder der richtige Umgang mit dem GPS Gerät so manche Umwege verhindern. Es bildet sich eine Gruppe aus ca. sechs Läufern heraus, die ihr Tempo so aufeinander abstimmen, dass sie sich aneinander orientieren können. Diese Gruppe hält sich bis auf ein paar Abstände fast über 12 Stunden und 100km. An den Verpflegungsständen sehen wir uns immer wieder und laufen dann ein Stück zusammen oder machen kurz zusammen Pause.
Ich laufe schon von Anfang an mit Peter. Wir sind scheinbar so gut aufeinander eingespielt, dass es gar kein Problem ist und so bleiben wir auch dieses Rennen zusammen und leiden auch zusammen, wenn der Körper nicht mehr will. Mein Körper will eigentlich schon nach einer Stunde nicht mehr und nach 50km will er eigentlich gar nicht mehr. Ich habe über eine Strecke von 1,5 km Probleme wieder anzulaufen und in Gang zu kommen. Doch zu meiner Überraschung funktioniert das Wiederanlaufen nach 100km fast problemlos. Die Gegenwehr des Körpers gegen diese Quälerei scheint endgültig gebrochen. Auf den letzten elf Kilometern, einer Wendepunktstrecke, erkennen wir, dass Stefan Houcal nur 20 Minuten hinter uns ist. Das heißt, wenn wir auf unserer Platzierung bleiben wollen, müssen wir wieder schneller werden. Was nach 24 Stunden laufen leichter gedacht als getan ist. Wir geben aber wieder Vollgas und bringen uns mit einer Laufzeit von 1 Stunde und 25 Minuten für 11km mit über 300 Höhenmetern auf Platz 3 und 4 ins Ziel.
Es war mal wieder einfach ein toller Lauf auf einer eindrucksvollen Strecke mit einer perfekten Organisation. Ach ja, das Wetter war leider nur zur Hälfte gut. Am Sonntagmorgen um 2 Uhr fing es an zu regnen und hat dann durchgehend bis zum Zieleinlauf nicht mehr aufgehört.
Vom HILL50 am letzten Samstag werde ich Euch in Kürze berichten