Der frubiase® SPORT blog

18. August 2010
von run4miles

Das war der Ironman 70.3

Es ist geschafft, der Ironman 70.3 ist für mich Geschichte und stößt mir das Tor für Hawaii auf. Denn erst durch ein erfolgreiches Finishen in Wiesbaden, darf ich auch nach Hawaii zum legendären Ironman. Ein gewisser Druck lastete dadurch vor dem Rennen auf meinen Schultern. Man weiß ja nie, was so passieren kann in einem Ironman Rennen. Nun aber zu meinem Wochenende:

Check-in

Am Samstag fuhr ich mit einem Freund um 10 Uhr los in Richtung Wiesbaden (145km). Daniel war leider nicht dabei, da er mit einer Erkältung zu kämpfen hatte. Der erste Stopp war das Kurhaus in Wiesbaden. Hier holten wir unsere Startnummern ab und liefen noch einmal kurz über die Triathlon- Messe. Nach Abholung der Unterlagen ging es ab zum Schiersteiner Hafen, zum Rad Check-in. Dort war alles super organisiert und es gab keine langen Wartezeiten. Ich platzierte mein Rad an der vorgesehenen Stelle und deckte es mit einer Regenplane ab. Nach dem Check-in fuhren wir nach Frankfurt zu unserer Unterkunft (Eine Freundin von meiner Schwester überließ uns Ihre Wohnung für die Nacht. VIELEN DANK NOCH MAL!)

Race Day

Um 5:50 Uhr klingelte der Wecker. Och Gott war das früh :-(   Wir zogen unsere Race-Outfits an und gingen geschätzte 18 Mal auf die Toilette, hehe:-)  Während der Autofahrt, schob ich mir dann noch Toastbroat mit Marmelade zwischen die Kiemen. Am Schiersteiner Hafen angekommen, gingen wir noch mal zu unseren Rädern. Auf einmal ging es so was von ab und es regnete wie aus Eimern. Alles nass, das komplette Zeug: Helm, Schuhe, Handschuhe, wirklich alles nass. Der Boden wurde auch immer weicher und weicher. Viel Zeit blieb aber nicht, um sich drüber zu ärgern.

Swim (31:25 Minuten)

Pünktlich zum Einschwimmen war ich am Schwimmstart im Hafenbecken. Das Wasser war dreckig und man konnte kaum seine eigene Hand sehen. Ich fühlte mich zu diesem Zeitpunkt richtig fit und beschloss, ganz nach vorne an die Startlinie zu schwimmen :-) Um 8:30 Uhr fiel der Startschuss.

Die ersten 100m schwimme ich immer ein recht hohes Tempo, damit ich mich von    den Schlägen und Tritte meiner Mitstreiter distanziere. Nach ca. 100m blickte ich kurz aus dem Wasser und sah, dass vor mir niemand war. Daher drosselte ich das Tempo, um nicht zu schnell anzugehen. Ich fand aber schnell meinen Rhythmus. Bei der Wendemarke (950m) überholte ich bereits Leute aus der Gruppe, die zehn Minuten vor mir gestartet waren. Nach ca. 1.500m zog ich das Tempo noch mal kurz an und dann kam auch schon die erste Wechselzone.

Während dem ersten Wechsel regnete es wieder wie in Strömen. Ich dachte mir, EGAL einfach locker angehen, Hauptsache finishen. Ich zog mein Neo aus und die nassen Radschuhe, Helm und Handschuhe an und ab die Post.

Bike (3:18 Stunden)

Die ersten 10km auf dem Rad waren zum Einfahren. Aber nach exakt 10km kommt schon der erste Knaller. Es geht ungefähr  4km mit einer durchschnittlichen Steigung von 8% durch ein Waldstück. Wer hier zu schnell fährt, hat für die komplette Radstrecke verloren.

Die erste Abfahrt war die Hölle. Nur Regen, neuer Asphalt und überhaupt keine Sicht durch die Brille. Daher beschloss ich, meine Brille abzuziehen und ohne weiter zu fahren. Nach der zweiten Abfahrt (65 km/h) konnte ich nicht rechtzeitig bremsen und schoss in einer Kurve gerade aus in eine Wiese. Zum Glück konnte ich mich auf meinem Rad halten. Wenn ich hier gestürzt wäre, dann hätte ich mich ernsthaft verletzt und ein Weiterfahren wäre nicht möglich gewesen. Das Problem lag an der nassen Fahrbahn, die war so glatt, dass man ständig berg ab bremsen musste. Zudem regnete es immer noch ziemlich stark – Sicht gleich Null. Der Freund von mir, musste leider nach 60km aufgrund von Unterkühlung aufgeben. Er wurde mit dem Krankenwagen zum Ziel gefahren.

Nach 80km kam die schnellste und längste Abfahrt. Sie betrug 10km und führt direkt zum Ziel. Die letzten 10km habe ich kein einziges Mal getreten. Ich zog lediglich an der Bremse, um nicht schneller zu werden. Bei dieser Abfahrt wurde mir richtig kalt und ich fing an zu zittern. Aber zum Glück war das Radfahren danach beendet.

Run (1:51 Stunden)

Der Wechsel verlief problemlos. Nach 2 Minuten und 41 Sekunden war ich bereits auf der Laufstrecke. Die Laufstrecke hatte es ebenfalls in sich. Es mussten vier Runden à 5 km gelaufen werden. Der Belag war purer Schlamm und Matsch. Ich sah bereits nach kurzer Zeit aus wie Christian Brenner beim Strongman Run :-)

Ich fühlte mich richtig gut und konnte mein Tempo locker durchlaufen. Ich war zwischendurch noch auf dem Klo und habe mich nach jeder Runde kurz mit meinen Eltern unterhalten. So viel Zeit muss sein :-)

Nach 1:51 Stunden erreichte ich schließlich das Ziel und war froh, dass ich heil angekommen war. Das Radfahren war echt ein Höllenritt.

Ziel – Fazit (Gesamtzeit: 5:48:32 Stunden)

Meine Laufschuhe habe ich erst gar nicht mehr mitgenommen. Die waren sooooooo dreckig. Man konnte kaum erkennen, dass es sich hier um Laufschuhe handelte.

Insgesamt betrachtet, bin ich sehr zufrieden, obwohl bei besserem Wetter eine Zeit um die 5:30 Stunden möglich gewesen wäre. Ich habe aber bei der Radstrecke so oft gebremst, was mir wohl ziemlich viel Zeit kostete. Aber egal, finishen war das Hauptziel und das habe ich geschafft. Meine Zielzeit habe ich gerade schon nach Hawaii gemailt und somit steht mir für den Start am 9.Oktober 2010 nichts mehr im Wege. Ich freue mich schon riesig drauf.

Zur Vorbereitung stehen noch zwei Wettkämpfe an. Am 5. September werden Daniel und ich in Frankfurt bei der Olympischen Distanz beim City Triathlon an den Start gehen. Und am 19. September bestreite ich dann noch den Halbmarathon in Karlsruhe, um meine Laufform abzuchecken, bevor es dann am 30. September nach Hawaii geht.

2 Reaktionen zu „Das war der Ironman 70.3“

  1. Pat

    Moinmoin,

    wie war denn die Quali Zeit für Hawaii?? Würd mich mal interessieren… Hab das irgendwann auch mal vor, im Moment erst mal OD in Frankfurt und dann schaue ich mal weiter…

    Liebe Grüße Pat

  2. Benjamin

    Hi Pat,
    In Frankfurt werde ich auch dabei sein und den Wettkampf als Vorbereitung nutzen.
    Die Qualifikation ist je nach Altersklasse unterschiedlich. Es gibt pro Altersklasse diverse Anzahl der Hawaii Slots. Da musst Dich aber bei den zuständigen Rennen auf der Homepage informieren. Ich hatte das Glück und wurde bei der Ironman Lottery gezogen. Das ist vergleichbar mit einem Lottogewinn. Darüber freue ich mich sehr und trainiere schon ziemlich hart. Informiere Dich einfach mal bei Wikipedia über die Qualifikations.
    Grüße

Einen Kommentar schreiben

http://www.frubiasesport.de – letzte Aktualisierung: