Der frubiase® SPORT blog

13. August 2010
von Carsten Alfred Mattejiet

Self-Transendense Race Kladno

Kladno, eine Industriestadt in der Tschechischen Republik, liegt 25 km vor Prag. Am 30. Juli wurde dort in einem Sportpark der 48 Stunden Self-Transendence Race durch das Sri Chinmoy Team ausgerichtet. Genau vor 15 Jahren, stand ich das erste Mal bei einem 48 Stunden-Lauf an der Startlinie.
Die Laufstrecke verlief zwischen Leichtathletik Stadion, Hochwald –Kletterwald, Reitplätzen, Kinderspielplätzen, Schwimmbad und Fußballplätzen. Zu 80 % lag die Strecke im Schatten, im weiteren Verlauf der drei Tage waren wir Aktiven sehr froh darüber :-) Lediglich an der Tribünengeraden, dies war auch das einzige Stück Verbundpflaster, war kein Schatten. Naja, es war ja schließlich die Tribünengerade, es wäre ja sonst wenig Sicht auf das Leichtathletik-Stadion :-) Hier waren die Zählerzelte, alle vier Stunden wechselten sich diese ab, eine große Tafel mit dem aktuellen Kilometerständen der besten sieben Männer und Frauen und die lange Versorgungsgasse. Das Sri Chinmoy Team hatte zwei Sanitätszelte, eine Küche und ein Esszelt aufgebaut. Dazu noch Zelte für die individuelle Betreuung. Kurz dahinter habe ich mein Zelt aufgebaut – meine drei Kinder und meine Frau haben mich betreut.

Freitag um 12 Uhr ging es los. Es war schwierig für mich, das richtige Tempo zu treffen. Nach 1,5 h war ich aber an der Führung. Nach genau vier Stunden erreichte ich die Marathonmarke, nach sechs Stunden hatte habe ich 62 km. Die 100 km beendete ich nach 10:18 h. Das war eigentlich alles zu flott. Doch es lief…
12 Stunden und der erste Richtungswechsel stand an. Der Stand der Zählertafel: 111 Kilometer. Klasse, also eine neue persönliche Bestleistung über 12 h. Mein Schweizer Mitläufer lag zu diesem Zeitpunkt eine Runde hinter mir. Wir verabredeten nach 101 km etwas ruhiger zu laufen. Gesagt, getan.
In der Nacht wollte ich mich kurz für eine Pause hinlegen, dumm nur, dass ich keinen Wecker stellte. Denn erst nach zwei Stunden wurde ich wieder wach. Doch relativ erholt ging es wieder auf die Kilometerjagd. Mittlerweile war ich auf dem siebten Platz gerutscht. Andere waren eben auf der Strecke geblieben. Doch das ist Nebensache, es ist ja ein Rennen gegen den inneren Schweinhund. Ein jeder hat da so seine eigene Motivation zu. Ich teilte mir die Zeit in „Arbeitstage“ ein. Acht Stunden war eine Schicht, darin ist eine kurze Pause und eine längere Pause. Beim zweiten Richtungswechsel zeigte die Tafel an, dass ich auf dem vierten Platz lag und 185 km auf dem Tacho habe. Sehr gut!

Die Verpflegung war einfach Klasse: viele verschieden Sorten Tees, von anregend bis magenberuhigend war alles dabei. Brote, Kuchen, Kekse. Softdrinks und anderes. Nudeln, Reis, Pfannkuchen und zu meiner Überraschung auch Sushi. So kam ich zu meinem ersten Genuss von Sushi bei diesem 48 Stunden Lauf in der Tschechischen Republik.
Es ging in die zweite Nacht. Alles fiel mir jetzt sehr viel schwerer, das System Magen, Darm, Kopf waren irgendwie an der Grenze. Maximum! Doch es geht ja irgendwie weiter. Viele kleine Pausen stellten sich ein. Erschöpfung und Müdigkeit.
Mit dem Sonnenaufgang am dritten Tag wurden wieder alle Lebensgeister geweckt. 5,4,3,2,1 Stunden. Die Zeit fing an zu fliegen.

Sonntag 12 Uhr, Stille im Sportpark. Das Rennen ist beendet. Gemeinsames Mittagessen, wer möchte, und danach die sehr würdige Seigerehrung. Ich durfte die Medaille und den Pokal für den dritten Platz in Empfang nehmen. Dazu ein großes Präsent und die Urkunde. 297,807 Kilometer habe ich erlaufen. 20 Kilometer mehr als vor 15 Jahren.

Herzliche Grüße
Carsten

2 Reaktionen zu „Self-Transendense Race Kladno“

  1. Hauke

    Sauber ! Herzlichen Glückwunsch, Carsten !

  2. Martin

    Respekt und herzlichen Glückwunsch… – was ne Hammerleistung!

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