Der frubiase® SPORT blog

27. Januar 2011
von L.F.

Hallo,

Hallo,

ich bin 30 Jahre alt und seit 27 Monaten in Haft. Meine Gesamtstrafe beträgt sieben Jahre wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz und ich bin bei den Trainingsvorbereitungen vom 5. Knastmarathon dabei. Meinen ersten Marathon bin ich im vergangenen April hier im Knast gelaufen. Ich hab die 42,195 km in 4:16 h bewältigt. Dafür klopfe ich mir heute noch auf die Schulter, weil ich weiß, was es bedeutet 42 km zu laufen und was man dafür tun, bzw. opfern muss. Sechs Monate lang harte Disziplin und ehe ich mich versehe, stecke ich schon wieder mittendrin in der Vorbereitungsphase für meinen zweiten Marathon. Das Training startete am 14.11.2010 mit der Kick off Veranstaltung mit Thomas Ahrend, der die Einführung in das Projekt übernahm. Was kommt auf einen zu? Was ist wichtig? Was bedeutet es einen Marathon zu laufen? Wie trainiert man dafür trainiert? Diese Fragen wurden erläutert und dann ging es auch gleich mit dem Training los. Es gibt ja keine Zeit zu verlieren. Auf dem Sportplatz gab es die ersten Laufübungen und Videoaufnahmen für die Lauftechnik. Mittendrin dachte ich: Oh Mann, jetzt geht das alles wieder von vorne los. Laufen, laufen, laufen, egal wie das Wetter ist. Aber ich will es und bin fest davon überzeugt, dass ich es auch beim zweiten Mal durchhalten werde und am Ende wieder das Gefühl des Erfolges haben werde und das ist es mir wert!

Inzwischen geht schon der zweite Monat des Lauftrainings dem Ende zu. Ich bin so weit ganz zufrieden mit dem Training. Abgesehen vom Wetter, das immer schlimmer wurde. Viel Schnee, viel Glatteis und Kälte, das hat uns das Laufen allen sehr erschwert. Man musste ständig aufpassen, dass man nicht ausrutscht. Ich konnte mich teilweise kaum aufs Laufen konzentrieren, da ich Angst hatte, hinzufallen. Aber zum Glück ist das niemandem in unserer Gruppe passiert. Wir laufen schon 80 Minuten am Stück, was man schon in den Beinen spürt, wenn man lange nicht mehr so lang am Stück gelaufen ist. Hatte etwas Gelenkschmerzen, z.B. am Knie, aber das hat sich zum Glück wieder gelegt. Wir laufen jetzt schon viermal die Woche, was ich sehr gut finde. Mehr Training – das kann ja nicht schaden! Lieber öfter Laufen als in der Zelle zu sitzen. Die Motivation steigt immer mehr und ich fühle mich von Tag zu Tag fitter, da ich noch das große Sportangebot des SV Kiefer nutze, wie z.B. Spinning, Krafttraining und die Laufgruppe. Das ist ein super Zusatztraining. Natürlich bin ich auch mal froh, wenn wir zwischendurch Regenerationstraining haben und es etwas lockerer zu geht. Der Körper braucht das auch.

Ich finde, wir sind eine gute Marathongruppe und ich bin der festen Überzeugung, dass der größte Teil durchhalten wird, da wir sehr engagierte Trainer haben, die uns mitziehen.

L.F.

Eine Reaktion zu „Hallo,“

  1. Ulrike

    Ich wünsche Euch allen ein erfolgreiches Gelingen des Marathon-Projekts. Immer ausreichend Motivation für die Trainingsrunden, gesunde Beine, Spaß am Laufen, eine gute Gemeinschaft und dass es jede Woche leichter geht.

    Ulrike – die Eure Berichte aufmerksam verfolgt

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