Der frubiase® SPORT blog

11. März 2011
von Thomas Ehmke

Run2KILL 2011

Ich renne mal wieder durch den dunklen Hildesheimer Wald und erinnere mich an das Jahr 2010. Da haben Peter Jansen und ich genau hier festgestellt: NIEMAND macht das wirklich zweimal. ZWEIMAL die Strecke des KILL50 (Kein Idyllischer Landschafts Lauf 50 Meilen) hintereinander laufen –  NIEMAND tut sich das an, vor allem nicht im Februar. Nun ich laufe hier aber wieder herum genauso wie 23 andere Teilnehmer. Ultra-Läufer scheinen schnell zu vergessen oder es ist genau das, was reizt.

Als Michael, der Organisator des Run2KILL, den Lauf zum zweiten Mal ausgeschrieben hat, glaubte er nicht, dass er genug Teilnehmer finden würde, die ihn laufen wollen. Aber falsch gedacht: Nach wenigen Tagen war die Startliste gefüllt mit 25 Teilnehmern. Sie kommen aus Deutschland, den Niederlanden und sogar aus den USA. Es fühlt sich an wie bei einem Familientreffen, fast jeder kennt sich. Aber wir reden hier von einer richtigen Herausforderung: 100 Meilen Trail mit 4400 Höhenmetern. Das heißt massig Trails, Wind und Matsch. Wenn man langsam ist, läuft man zwei Nächten. Alles andere also als ein Spaziergang! Aber alle sind gut drauf. Die Organisatoren Michael, Susanne, Anja und die vielen anderen Helfer machen aus diesem Lauf ein Familienfest.Nach dem kürzesten Briefing, das Michael Neumann je gehalten hat – die Strecke ist auf Euren GPS und schleppt Euren Kram selbst, heult nicht,  Ihr wolltet das so – ging es dann pünktlich um 19 Uhr auf die Strecke.

Dann ab in die Dunkelheit. Eine Gruppe von vier Läufern setzt sich sofort ab. Heute soll der Streckenrekord fallen. Ich laufe in einer Vierer-Gruppe in die Nacht. Wir kennen uns alle schon von vergangenen Läufen und fachsimpeln ein wenig. Zu orientieren habe wir nicht viel. Ich laufe die Strecke schon zum fünften Mal, von meinen Trainingsläufen mal abgesehen.

Zum Faxen machen ist trotzdem immer Zeit (s. Bild: Georg und ich beim Verlassen des einzigen Verpflegungspunktes in Sibbesse). Der Wind macht uns auf den Freiflächen etwas zu schaffen und sorgt dafür, dass wir alle schnell wieder trocknen. Nach der ersten Runde in 11 Stunden und 55 Minuten, lege ich mich in Sibbesse für 15min hin und schlafe. Nach dem Schlaf und Aufwärmen schnappe ich mir meine Stöcke und weiter geht’s. Meine Gruppe ist schon los und hat einen Vorsprung von etwa 30 Minuten.

Aber schon nach zirka 10 Kilometern habe ich sie schon wieder eingeholt. Nach ein paar Orientierungsfehlern haben sie leider etwas Zeit verloren. Wir laufen jetzt im Hellen auf der KILL Strecke und es sieht plötzlich alles anders aus. Die Sonne meint es gut mit uns: Ein tolles Wetter und unsere Laune wird richtig gut. In Sibbesse merke ich leider, dass meine Beine Probleme machen. Ich schätze, dass meine Muskulatur in der Nacht durch den kalten Wind Schaden genommen hat. Aber ich mache mich wieder auf. Auch wenn meine Beine eigentlich gar nicht mehr wollen. Ich brauche für die nächsten 10 Kilometer fast zwei Stunden. Nach einem Telefonat mit meiner Freundin, die mich aufbaut, und einem Gespräch mit Hansi, der mir laufend entgegen kommt, wird meine Motivation wieder besser. Wie sagte Hansi so schön: „AUFGEBEN ist keine Option, ins Ziel kommen, egal und ob es nach 30 Stunden erst ist.“

Okay, ich mache weiter. Nach 23 Stunden bin ich zurück in Sibbesse und die zweite Nacht bricht an. „Wenn das mal kein Training ist für die ‚Tor des Geants’“, rede ich mir ein. Und es funktioniert.

Ich stopfe mir die Kopfhörer in die Ohren und mit der Gruppe Frei.Wild geht’s in die Nacht. Michael Neumann hat mir durch die Helfer ausrichten lassen, er komme mich nicht retten aus dem Wald. Ich solle alleine kommen, ich kenne ja den Weg. Na gut dann wollen wir mal! Ich gebe wieder etwas mehr Gas und hole auf meinen Lieblingstrails sogar noch zwei Läufer ein.

So stehe ich nach 28 Stunden und 56min wieder vor Michael und bedanke mich bei Ihm und seinem Team.

Der Streckenrekord ist tatsächlich gebrochen worden durch Achim Heise. Der ist den Run2KILL in sagenhaften 19h und 43min gelaufen. Mir ist nicht klar wie so etwas geht, das ist der WAHNSINN!

Ach ja, es gab das als Finisher Geschenke.

1x        Schulterblatt vom Wildschwein (mit Gravur)
1x        ein Handtuch zum Reinheulen (mit Laufzeit- Aufdruck)
1x        coole Urkunde
1x        Aufnäher

Ach ja, und UNENDLICH RUHM UND EHRE!!!!

 Wenn irgendwann mal wieder, also für das Jahr 2012, der Run2KILL wieder ausgeschrieben wird, bin ich wohl wieder dabei!

Oder, Michael Neumann, ….. Run4KILL 2012 (Augenzwinker)?

Eine Reaktion zu „Run2KILL 2011“

  1. Michael Neumann

    Selbstverständlich wird es den r2K wieder geben in 2012. Datum steht auch schon fest, wenn ich Susanne richtig in Erinnerung habe wird es das vorletzte Woende im Feb wieder werden. Ich überarbeite gerade die Webseite. Also immermal wieder lurken. Und weitersagen. run4KiLL wird es wohl nicht geben dafür lasse ich mich evl beim EulenburgTrail auf sowas ein.

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