22. April 2011
von Thomas Ehmke
Abenteuer Jurasteig Non-Stop
Als mich vor ein paar Monaten die Mail von Gerhard Börner erreichte mit der Einladung mit ihm und ein paar anderen den Jurasteig zu laufen, klang das schon gut. Die nackten Daten: Ein Wanderweg mit einer Länge von 230km, mit 5400 Höhenmetern, eine Zeitvorgabe von (anfangs) 36 Stunden, als Gruppe zu laufen, ohne externe Versorgung; nur Selbstversorgung mit dem, was jeder bei sich trägt oder was irgendwo unterwegs noch zu kaufen ist. Im Hinblick auf meine Jahresplanung war mir schnell klar: Da muss ich hin. Eine bessere Möglichkeit mich auf einer solchen Distanz zu testen, gibt’s selten. Also hab ich mich nach Absprache mit meiner Familie bei Gerhard gemeldet und zugesagt. Mit dabei waren außerdem: Michael Frenz, Petra Rösler, Jacek Fugiel, Marco Domine, Gerhard Börner.
Vom Namen her kannte ich fast alle, aber eine solche Strecke zusammen zu laufen in einer Gruppe, ist schon etwas Besonderes. Auch wenn es fast unmöglich erscheint, das geht wirklich! Ein Glück war auch die Teilnahme von Michael Frenz, der durch seine Arbeit bedingt schnell Kontakt aufbauen konnte zu örtlichen Fremdenverkehrsvereinen und der Presse. Sodass sich am Ende nicht nur ein T-Shirt sondern auch Verpflegungsstellen in einheimischen Gastronomiebetrieben ergaben. Die
Gemeinden und Städte rund um den Jurasteig waren alle mehr als begeistert von unserem Unternehmen – so was hatte nämlich noch nie jemand versucht. Also trafen wir uns am Freitag den 08. April im Wirtshaus Stirzer in Dietfurt im Altmühltal. Das war unser Start und das sollte auch wieder unser Zielpunkt sein. Wir wurden herzlich empfangen und kurze Zeit später auf die Strecke geschickt. Wir wussten zwar, dass die ersten zwei Etappen, der insgesamt zwölf Etappen, die schwersten werden würden, aber dass der Jurasteig ein richtiger Trail ist, haben wir nicht geahnt. So standen wir schon nach 5 km so richtig im Wald und es ging ordentlich rauf und runter auf dem Jurasteig.
Aber wir waren alle noch frisch und guter Dinge das Wetter war klasse und wir konnten den Trail so richtig genießen. In Riedenburg gab es dann Abendbrot, gesponsert von der Stadt Riedenburg. Durch die erste Nacht wurden wir durch zwei einheimische Läufer begleitet, was uns leider aber nicht vor einem ‚Verlaufer’ bewahrt hat. Der hat uns dann soviel Zeit gekostet, dass wir den Jurasteig zeitweise verlassen mussten, um unser Zeitlimit nicht zu sehr zu überschreiten.
Nach der ersten Nacht waren wir alle gut drauf und freuten uns über den anbrechenden sonnigen Tag, der uns eine tolle Landschaft mit richtig tollen Trails bescherte.
Bevor wir in die zweite Nacht starteten, wurden wir noch von dem Onkel von Michal Frenz umsorgt, der uns sogar unsere Drop-bags brachte, sodass wir uns umziehen konnten. Ich nutzte die Pause, um mich ein wenig hinzulegen und zu schlafen. Die folgende zweite Nacht, kamen wir nur noch langsam voran, die Kälte wie auch die Müdigkeit machte allen zu schaffen. D
er Weg war nur noch schwer zu finden, aber wir gaben nicht auf und am Morgen waren wir alle sehr froh, als die Sonne rauskam und uns wärmte. Zum Frühstück kehrten wir spontan noch in ein Restaurant ein. Dort wurden wir sofort erkannt und eingeladen zum Frühstück. Frisch gestärkt machten wir uns auf die letzten Kilometer zurück nach Dietfurth. Als wir dort ankamen, wurden wir von der örtlichen Presse in Empfang genommen. Dann ging nur noch Essen, Duschen und entweder literweise Kaffee oder schnellstmöglich SCHLAF.
Wir sind allesamt sehr glücklich, als GRUPPE, eine Strecke von 200 km in einer Zeit von 42 Stunden und 12 Minuten gelaufen zu haben. Es war ein echtes Abenteuer! Nächstes Jahr soll, wenn die Planungen klappen, das Ganze als offizieller Wettkampf ausgeschrieben werden.