6. Juli 2011
von Thomas Ehmke
Der 1. Zugspitz Ultratrail (101km mit 5747Höhenmetern)
Nun, wie Ihr schon dem Vorbericht der letzten Woche entnehmen konntet: Ich war am Start des ersten Salomon Zugspitz Ultratrail. Die Strecke sollte laut Veranstalter den kleinen Bruder des Ultra Trail du Mont-Blanc (UTMB) darstellen und sich als solcher in Deutschland etablieren. Nun, eines kann ich schon mal verraten: Die Strecke ist vom Aufbau und von der technischen Schwierigkeit wirklich mit dem UTMB zu vergleichen.
Am Morgen des 25.06.11 um 7:00 Uhr versammeln sich die 350 Teilnehmer am Start in Grainau. Viele mir bekannte Gesichter sind am Start. Irgendwie scheint die Familie der Ultraläufer hier ein Treffen zu habenJ Mit am Start sind auch sehr viele internationale Top Favoriten, aber auch Läufer, die noch nie 100km Non-Stop gelaufen sind oder kaum Erfahrungen auf solchen Strecken haben.
Die ersten Kilometer sind noch gemächlich und das Teilnehmerfeld ist eng beieinander. Wir werden von frei grasenden Kühen über die Almen gejagt und es geht Skipisten rauf und runter. Der Regen der letzten Tag und Nächte zeigt seine Folgen: Der Trail sieht teilweise aus, als wäre er umgegraben worden. Bei den ersten ernsthaften Anstiegen habe ich Probleme meinen Rhythmus zu finden. Scheinbar fehlt mir auch ein wenig die Übung, mich auf „richtigen“ Bergen zu bewegen. Aber zusammen mit einigen netten Mitläufern schaffe ich auch die windigsten und kältesten Abschnitte des Trails. So dass ich es mir nach 11 Stunden und 14 Minuten bei Kilometer 52 im Liegestuhl gemütlich machen kann.
Nachdem etwas mehr als die Hälfte geschafft ist, wird die Strecke etwas leichter und ich kann wieder Geschwindigkeit aufnehmen. Ich laufe in gleichmäßigem Tempo auf den letzten Berg und in die Nacht hinein. Mich erwarten 1000 Höhemeter und nach meiner Rechnung noch eine Lauf-Zeit von etwa 20 Stunden (vielleicht sogar weniger). Schwer verschätzt. Denn nach einigen schwierigen und matschigen Trails geht es nun richtig zur Sachen. Durch Wasserrinnen mit Kletterpassagen erkämpfe ich mir den letzten Berg. An der Verpflegungsstelle auf dem Berg angekommen, die Hiobsbotschaft: Noch eine 7km Runde mit weiteren 400 Höhenmetern. Geschätzte Zeit der Helfer liegt bei zwei Stunden.
Aber als ich endlich auf dem höchsten Punkt bin und die Strecke nur noch bergab geht, bin ich heiß und kann wieder laufen. So bin ich nach etwa. 1,5 Stunden wieder am Verpflegungsstand und laufe bis auf einige kurze Stellen einen Downhill von 10km mit 1000 Höhenmetern. So dass ich nach 21 Stunden und 10 Minuten durch das Ziel laufe.
Alles in allem eine tolle Veranstaltung mit einer super Organisation. Das einzige, das ich zu meckern hätte: Cola nur auf Nachfrage in geringen Mengen?
Das wäre eine Sache die es zu verbessern gilt bis nächstes Jahr wenn wir uns wieder sehen.
Euer Thomas