Der frubiase® SPORT blog

26. August 2011
von Susanne Alexi

running Transgermany – was bisher geschah

frubiase goes on Transgermany… und dass schon seit dem 16. August! Hauke ist den 11. Tag Etappe für Etappe unterwegs auf seinem Weg von Berchtesgaden nach Sylt.

Zeit wie Kilometer fliegen einfach so dahin – die täglichen Stationen verfolgen ja viele von Euch auf www.facebook.com/frubiaseSPORT  aber ich denke, inzwischen ist es Zeit für einen Rückblick auf die ersten 11 Tage:

Für Hauke ist es seit Beginn seiner ersten Multiday-Erfahrungen ein Traum gewesen, einmal wochenlang laufend unterwegs sein zu dürfen, ganz ungebunden und ohne Wettkampfcharakter. Einfach morgens loslaufen, abends ankommen, morgens loslaufen, abends ankommen,  um in dieser ständigen Bewegung einmal mehr seine Grenzen auszuloten und durch den meditativen Charakter des stetigen, langsamen Laufens in eine Art Innenschau zu kommen und neue Perspektiven zu gewinnen. Mit der Transgermany kam dann eine Idee ins Leben, die diesen Traum zum Greifen nah brachte, einfach ein großes Geschenk, diese Gelegenheit vier Wochen durch Deutschland zu ziehen, weitgehend auf sich gestellt, versorgt aus einem einfachen, alten Wohnmobil, manchmal in Gesellschaft von Läufern, die eine oder mehrere Etappen dabei sein möchten. In dem Bewusstsein der Einmaligkeit dieses Projekts machten wir uns am 14.August.auf nach Berchtesgaden, ahnend, was uns erwartet und doch nicht wissend, welche Überraschungen uns noch bevor ständen.

Als ganz großes Glück empfanden wir schon, dass nach dem verregneten Ankunftstag am Königssee mit Fototerminen und Besprechungen an unserem Starttag die Sonne heraus kam. Sie hat uns bis heute nicht verlassen, obwohl inzwischen Gewitterfronten in unserer Nähe sind. Die wirklich hochsommerliche Hitze mag sehr belastend sein für den Organismus beim Laufen, aber für Hauke zählt vor allem die gute Stimmung, die bei Temperaturen um 27° C entsteht und selbst als das Thermometer auf 35° kletterte, kippte er nur fleißig Wasser in Schlund, Laufkleidung und Haare und freute sich, dass es nicht regnete.

Die ersten Tage ließ Hauke sehr ruhig angehen – es war klar, dass er die durchschnittlich 60 km-Etappen nicht so schnell laufen kann wie etwa einen 12h-Lauf.  Es galt, die Kräfte für 28 Tage einzuteilen. Deshalb hielt Hauke von Anfang an regelmäßige Pausen und Essenszeiten ein, lief die ersten Tage mit einer flotten Pace von 5:30 bis 6:00 min/km, machte aber auch Gehpausen, so dass er anfangs für 60 km 11-12 h brauchte. Inzwischen ist die Pace etwas langsamer, die Pausen etwas kürzer, so dass die Zeit pro Etappe relativ stabil bleibt.

Landschaftlich war es natürlich in den Chiemgauer Alpen und auf dem Weg nach München  über Rosenheim und weiter nach Ulm wunderschön. Um aber übermäßige Anstiege und schwierige Trails zu vermeiden, nahm Hauke oft die Bundesstraßen, zumal er in dieser Gegend keine ortskundigen BegleiterInnen an der Seite hatte. Im Schwabenländle gab es ein paar schwierige Passagen an der Fils, in deren Nähe immer wieder unschöne Gewerbegebiete sind, die die Wegfindung erschweren und das Naturerlebnis schmälern. Aber auch dort schlug Hauke sich alleine durch, zu meinem Kummer einmal ganz ohne Wasser über 1,5 h, weil ich ihn auf seinem Weg per Wohnmobil nicht fand bzw. nicht erreichen konnte. Natürlich gab es unterwegs immer viel zu sehen, an manchen Abenden schafften wir es neben Essen, Massage und Routenplanung sogar auch noch, uns die Altstadt des jeweiligen Etappenziels etwas näher anzusehen. In Ulm z.B. waren wir im Münster und in Darmstadt gibt es ein wunderschönes Hundertwasser-Haus… bezeichnend ist aber wohl, dass wir immer besonders gerne Springbrunnen ansteuerten und diese uns wohl am ehesten im Gedächtnis bleiben werden als willkommene Abkühlung zwischendurch und am Etappenziel :-)

Konstitutionell war alles optimal genau wir das Gesamtbefinden. Doch ganz allmählich machte sich am 6. Tag ein beginnender Shin Splint (sog. Schienbeinkantensyndrom) bemerkbar, dem wir gerne rechtzeitig entgegenwirken wollten. Für den 7. Tag vereinbarten wir deshalb einen Behandlungstermin in der Physiotherapiepraxis Schneider in Esslingen. Dort bekam Hauke ein unbezahlbar wertvolle Anwendung. Wie angekündigt folgte eine Heilungsreaktion mit wirklich starken Schmerzen am 8. Tag auf dem Weg nach Heilbronn. Er ist die letzten 20 km dieser 55 km-Etappe überwiegend gegangen, die Knochenhautreizung brauchte einfach Ruhe. Schmerzmittel hätten den Schmerz zu sehr überlagert und Hauke wäre unbemerkt und unkontrolliert weiter in die Verletzung hineingelaufen.

Absolut hilfreich war an diesem Tag der überraschende Besuch von Birger, der uns einige Tage begleiten wollte, aber sogar einen Tag früher als geplant vorbeikam. Mit dem Rad neben Hauke herfahrend sorgte er für Abwechslung und Getränkevorrat :-)  Und schon am 9.Tag begann Hauke wieder längere Abschnitte zu laufen, vor Eberbach waren nur die letzten 14 km recht hart. Belohnt wurde Hauke mit einem Campingplatz am Neckar am Etappenziel und dem 2. Besuch von Torsten Riemer, der noch vor seinem UTMB und der Fahrt nach Chamonix vorbeischaute. Wir saßen abends alle zusammen am Zelt und obwohl Hauke immer froh ist, seine Schlafstätte zu erreichen, tut die Gesellschaft doch gut. Gestern haben wir uns auf der Deutschland-Süd-Karte die bewältigten Kilometer angesehen und sind doch selbst etwas beeindruckt, dass Hauke dieser endlosen Linie unserer Streckenführung schon so weit gefolgt ist. Die 69,8 km gestern hatten uns ganz schön Respekt eingeflößt, aber Hauke konnte sie sehr straight bewältigen und ist bestens in Darmstadt angekommen.

Nach einer kurzen, gewittrigen Nacht ist Hauke heute unterwegs nach Ingelheim, Birger ist weiterhin dabei und begeht sogar seinen Geburtstag bei der Transgermany! Abends sind wir eingeladen bei den running freaks Steffen und Melanie Kohler, die uns ganz rührend umsorgen werden mit Essen, Dusch- und Schlafgelegenheit, Waschmaschine und Physiotherapietermin. Der Clou ist dann der von Kohlers für Samstag organisierte Lauf: Etwa 15 LäuferInnen möchten Hauke begleiten auf dem Weg nach Boppard, sei es eine Teilstrecke oder auch die ganze Etappe. Da wird der Transgermany seinem Motto wirklich gerecht, dass Anwohner am Weg uns ihre Trainingsstrecken zeigen und uns begleiten. Wir freuen uns sehr darauf und hoffen auch weitere einmalige 16 Etappen!

Wir halten Euch auf dem Laufenden :-) . Danke an alle, die uns virtuell oder aktiv begleiten und last not least an frubiase für den tollen Support vor Ort, telefonisch und technisch!

 

Susanne Alexi

2 Reaktionen zu „running Transgermany – was bisher geschah“

  1. Jens

    Liebe TransGermany-Nomaden,

    wie man neben 21h Vor-Frühstück, Frühstück, hin- und herpacken, Wegfindung, Versorgung, *laufen* (fast vergessen!) ;-) , Physio- und Psychoarbeit, Facebook-Nachrichten rausschicken, Fotos hochladen, Abendessen, Campingalltag, Massage und überhaupt viel zu wenig Schlaf auch noch so einen detailierten Blog-Beitrag schreiben kann :-o wird mir für immer ein Rätsel bleiben… ihr macht das super!

    In Vorfreude euch an der Strecke zu besuchen
    und der Hoffnung auf weiterhin viele Bilder und Eindrücke aus D
    Jens

  2. Tilman

    Hey,

    danke für den Beitrag! Schön zu hören, dass es Hauke (und dir, Susanne) gut geht. Ihr packt das! Und hoffentlich sehen wir uns nördlich der Elbe…

    Tilman

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