Der frubiase® SPORT blog

27. September 2011
von Thomas Ehmke

Die Tor des Geants 2011 – einmal um das Aosta Tal in Italien laufen!

Nun, wo soll ich genau anfangen? Ich denke als ich das erste Mal davon gelesen habe, hat es mich schon fasziniert. Die Daten dieser Strecke und das Höhenprofil sollten eigentlich jeden davor zurückschrecken länger darüber nachzudenken. Die Strecke führt die beiden Höhenwege des Aostatals, mit Start und Ankunft in Courmayeur und mit insgesamt ca. 330 km (200 Meilen) und 24000 Metern positivem Höhenunterschied, zunächst entlang des Höhenwegs Nr. 2 zur “bassa Valle” und zurück entlang des Höhenwegs Nr. 1.

Das sind die harten Fakten. Dazu kommt noch eine nette Aufschlüsslung der Örtlichkeiten. Entlang der Strecke sind verschiedene Versorgungs-, Pausen- und Betreuungsstellen vorgesehen und außerdem sieben Aufnahmestellen größerer Dimension (Basisstationen), welche die Strecke in sieben Sektoren einteilen:

- Courmayeur – Valgrisenche 49 km 3996 D+
- Valgrisenche – Cogne 56 km 4141 D+
- Cogne – Donnas 44 km 3348 D+
- Donnas – Gressoney St Jean 53 km 4107 D+
- Gressoney St Jean – Valtournenche 39 km 2601 D+
- Valtournenche – Ollomont 44 km 2702 D+
- Ollomont – Courmayeur 48 km 2880 D+

Die Strecke :

  • 330km
  • 24.000m+
  • 150h maximum
  • 1.200 Volunteers
  • 500 Läufer
  • 32 Gemeinden
  • 7 Life Bases
  • 43 Verpflegungspunkte
  • 25 Bergpässe über 2000m
  • 30 Bergseen
  • 1 National Park

 

Dass die Aufregung bei mir schon lange vor der Fahrt nach Italien sehr groß ist, kann sich wohl jeder denken. Ich habe mittlerweile Erfahrung bei 100 Meilen Läufen aber die Doppelte Distanz noch dazu mit so vielen Höhenmetern bringt auch mich in Aufregung. Alleine die Ausrüstung für diesen Wettkampf muss gut durchdacht sein. Denn nur in den sechs großen Basisstationen gibt es die Möglichkeit an seine Tasche zu kommen, um Ausrüstung zu tauschen oder sich umzuziehen. Das ist meine Ausrüstung für die Woche und mein Laufrucksack. Nach dem Zusammenpacken und am Starttag ist dann alles fertig und es gibt natürlich auch ein letztes Foto. Nach dem Foto geht es für uns drei (Tom Eller, Eric Türlings, Uwe Herrmann) fast direkt zu Start. Die gelben Drop-Bag Taschen geben wir noch schnell beim Veranstalter ab, damit sie uns immer passend in den Life Bases erwarten. Dann stehen wir am Start wo die Luft schon brodelt. Dort stehen mehr oder weniger bepackt 475 Läufer aus allen Nationen. Laut Veranstalter nur 35 Teilnehmer die im Vorjahr auch schon dabei waren.

Die Stimmung brodelt und unter lautem Gejubel der Zuschauer geht es dann los. Die Aufgaben der ersten Etappen sind einfach durch Courmayeur durch laufen und dann rein in den Wald und nach oben.

Meine Gedanken sind bloß nicht zu schnell sein am Anfang und nicht den Körper gleich  verausgaben. Naja die laufbare Laufstrecke ist nur ungefähr 2,5km lang, dann stehe ich mit allen anderen in der Schlange und wie gehen den ersten Berg rauf. An Laufen ist bei der Steigung gar nicht zu denken. Ich sollte noch erwähnen, dass es sehr heiß ist und der Schweiß schon in Strömen läuft. Auf diesen Berg und  auf den folgenden 24, ist an  so etwas wie laufen gar nicht zu denken. Das Gehen ist schon manchmal ein Problem. Aber ich bin guter Stimmung – na klar, bei so vielen positiven Höhenmetern. Auf dem ersten Gipfel liegen wir Deutschen alle noch so nah zusammen, dass wir sogar zusammen noch etwas essen können am ersten Verpflegungspunkt. Was aber dann auch für die nächsten Tage das fast letzte Mal sein sollte.

 

Nach dem Col (Bergpass) geht es in sengender Hitze zurück ins Tal nach La Thuile. Da bin ich bei Kilometer 18,7 nach 3h28min. Eric Türlings hatte mal gesagt, dasa alles unter 3 Stunden 30 Minuten bis zu dieser Stelle schnell sei. Beim Blick auf die Uhr bin ich mir nicht sicher, ob ich alles richtig mache. Nun geht es leicht ansteigend durch den Ort und danach neben einem tollen Wasserfall wieder auf den Berg hinauf. Ich laufe kurz mit einem Amerikaner, der im Vorjahr auch schon dabei war und hofft seine Zeit verbessern zu können.

 

Ich muss Ihn aber ziehen lassen wie so viele andere Läufer auch, denn sie sind einfach zu schnell und ich muss meinen eigenen Rhythmus finden. Also wieder rauf auf den Bergpass und hinten wieder runter. Die Strecke ist immer wieder so steil und unwegsam, dass selbst Bergabpassagen nicht gelaufen werden. Entweder ist die Gefahr des Absturzes hoch oder sie sind technisch einfach zu schwierig.  Meine Hände musste ich schon tapen damit ich mir nicht gleich Blasen beim Gebrauch der Stöcke hole. Als es den letzten Berg hoch geht (zusammen mit Tom Eller) fängt es langsam an zu regnen. Na klasse denke ich mir. Als es stärker wird ziehen wir unsere Regenjacken an. Schon fängt es an zu Donnern und zu Blitzen. Wir sind kurz unter dem Gipfel und das Gewitter ist direkt über uns. Aus Angst da oben gleich entweder vom Blitz erschlagen zu werden oder fest zu stecken fange ich an zu laufen und laufe erst noch ohne dann mit Stirnlampe fast durch ins Tal. Was knappe 1000Hm bergab waren. Dort angekommen geht es mir so gut, dass ich bis auf kleine Gehpausen fast durchlaufe zur nächsten Lifebase. Es schüttet weiterhin in Strömen und ich beschließe dort erst mal zu bleiben und meine Sachen zu trocknen und eine Stunde zu schlafen.

Uwe Herrmann und Tom Eller treffe ich noch kurz die gleich weiter wollen um Strecke zu machen.

So und weiter geht’s beim nächsten Teil……

 

 

 

Einen Kommentar schreiben

http://www.frubiasesport.de – letzte Aktualisierung: