9. September 2011
von Kirsten Manthey
Generalprobe geglückt.
Auf Einladung von Waldemar Cierpinski bin ich am Sonntag, den 04.09.2011 im Rahmen des 10. Mitteldeutschen Marathon den Viertelmarathon gelaufen, von Holleben nach Halle.
Mehrere Busse bringen die Viertelmarathonläufer rechtzeitig von Halle nach Holleben. Hier herrscht schon Volksfeststimmung und während wir noch auf unseren Start warten, laufen die schnellsten Marathonläufer an uns vorbei und werden gefeiert und angefeuert.
In Holleben gibt es für die Läufer genau eine Toilette. Die Frauen stellen sich in der Schlange an, und die Männer schlagen sich in die Büsche. Glücklicherweise bleibt ausreichend Zeit bis zum Start. (Leider gab es schon am Startpunkt der Busse keine Toilette, dabei soll man doch bei diesen Temperaturen viel trinken, aber das nur am Rande.) Um 12.00 Uhr – high noon startet der Viertelmarathon, nach einer Runde um Holleben herum befinden sich auch die Viertelmarathonläufer auf der Marathonstrecke. Inzwischen ist es auch schön schwül und die Sonne knallt vom Himmel.
Bei diesen Temperaturen werden keine Bestzeiten gelaufen. Ich versuche mein Tempo zu laufen, aber es fällt mir schwer es zu halten. Trotzdem, ich hangele mich von Gruppe zu Gruppe und versuche immer wieder an den nächsten vor mir dran zu laufen.
Auch ich muss der Hitze Tribut zollen. Gerade auf den letzten zwei Kilometern wird es so richtig heiß, man läuft auf der Hochstraße fast ganz ohne Publikum, dafür in der prallen Sonne, ohne einen Millimeter Schatten. Erst als man um die Ecke biegt und den Zielbereich schon fast sehen kann, sind auch wieder Zuschauer da, und jetzt heißt es die letzten Reserven mobilisieren und mit angemessener Geschwindigkeit ins Ziel rennen, ohne noch vorher zusammenzubrechen.
Geschafft, ich freue mich über die Medaille, die ich umgehängt bekomme und der nächste Getränkestand ist meiner.
Noch nie hat ein isotonisches Getränk und eine nachgemachte Cola so gut geschmeckt.
Noch im Zielbereich kommt Waldemar Cierpinski auf mich zu. Aus allen Richtungen hört man seinen Namen, und er wird von jedem begrüßt. Aber er kommt zu mir und sagt: “Na zu dir wollte ich gerade!” Wie geil! Nachdem ich mich ein wenig akklimatisiert habe, treffen wir uns im VIP-Zelt wieder, und ich bekomme meinen Trainingsplan für die letzten vier Wochen bis zum Halbmarathon in Köln, den wir ausführlich besprechen. Für die letzten Wochen heißt es jetzt noch etwas am Tempo arbeiten und viele ruhige Läufe. Immer noch habe ich Respekt vor diesen 21 Kilometern.
So, was kann ich besser machen? Nicht ganz so weit hinten starten, sondern ruhig selbstbewusst etwas weiter vorn einreihen. Darauf achten, dass die Schnürsenkel richtig gebunden sind. Doppelknoten, du Kamel! Was ein Anfängerfehler! Natürlich geht unterwegs der Schnürsenkel an dem Schuh auf, an dem der Chip eingefädelt ist. Verdammt, anhalten und den Schuh binden kostet ja auch Zeit. Es dauert mehrere Kilometer bis ich den alten Mann, an dem ich so schön dran gehangen habe, wieder gefunden habe. Nur so zur Info: Am Ende bin ich vor ihm im Ziel. Bei dieser Hitzeschlacht vielleicht doch jeden Verpflegungsstand anlaufen, auch wenn man im Training auf 10 km sonst nichts trinkt und nicht erst anfangen zu trinken, wenn die Zunge schon auf der Erde hängt und man den nächsten Getränkeposten förmlich herbei sehnt und lange keiner in Sicht ist. Nein, es gibt sie in schöner Regelmäßigkeit in immer gleichen Abständen. Schließlich befinden wir uns auf einer Marathonstrecke.
Als wir Stunden später auf dem Weg zum Auto sind, kommen die letzten Marathonläufer ins Ziel. Gestartet sind sie heute Morgen um 9.00 Uhr, und jetzt ist es kurz vor 15.00 Uhr und vor Zielschluss. Eine Frau wird begleitet von einem Mann in Jeans und ohne Startnummer, der ihr unaufhörlich gut zuredet. Dahinter befindet sich noch ein alter Mann, der sich mehr ins Ziel schleppt, als läuft. Wir bleiben stehen und klatschen heftig, meine Hochachtung, und auch alle um uns herum feuern den Mann noch mal an. Knapp kann er sich ein Lächeln abringen.
Auch das ist Marathon für mich.
Ach so, meine Zeit 1:00:53
14. Platz gesamt Frauen
2. Platz in meiner Altersklasse.
Danke Waldemar für den Freistart und vielen Dank an den Betreuer, der den ganzen Tag in der Hitze aushalten musste, mit meinen Klamotten auf dem Rücken und der Kamera in der Hand, damit ihm ja mein Zieleinlauf nicht entgeht. Ja, so ganz leicht hat man es als Betreuer auch nicht. Am Ende des Tages sind wir beide müde und kaputt. Aber, ich freue mich immer noch auf Köln. Ich hoffe der Betreuer auch.

Meinen Respekt hast du!
Ich denke dein Betreuer freut sich auf Köln!
Respekt vor Deiner Leistung, auch wenn es nicht ganz ein Marathon war. es war aber auch verdammt heiß an dem Tag (wir waren auch da).
P.S.: Würde mich freuen, wenn über kommende Events auf unserer HP hingewiesen wird.
sportliche Grüße!