29. Juni 2012
von Thomas Ehmke

2. Zugspitz Ultratrail 2012 – eine halbe Stunde schneller!

Okay, habe lange nichts mehr von mir hören lassen. Aber ja, ich laufe noch… :) Ich war am letzten Wochenende in Grainau an der Zugspitze, beim 2. Salomon Zugspitz Ultratrail (100km mit 5400 Höhenmetern). Bereits im letzten Jahr war ich dort und nachdem viele meiner Freunde dort starteten, habe ich mich kurz entschlossen auch gemeldet. Das war eine gute Möglichkeit mal wieder in den Alpen zu laufen / trainieren und mit meiner Freundin ein paar Tage unterwegs zu sein. Keine Sorge, mitlaufen kann sie das noch nicht. Wir sind am Abend vorher den den Night Run über 4,8km zusammen gelaufen und sie hat dabei ihren ersten Lauf mit Stirnlampe absolviert. Trotz recht anspruchsvoller An- und Abstiege hatten wir viel Spaß.

Am Samstagmorgen um 7:15 Uhr ging es dann auch für mich zur Sache. Kurz vor dem Start noch durch die Ausrüstungskontrolle. Der Veranstalter wollte eigentlich alles an Pflichtausrüstung sehen. Meine Antwort auf die Frage, ob ich alles dabei habe, war: „Na aber sicher ich möchte einen Wetterumschwung hier überleben! Dann musste ich nichts mehr zeigen“. Naja, der Lauf hat drei Berge die über 2000 Meter hoch sind. Da habe ich sogar mein Thermolite-Shirt im Gepäck. Kurz vorm Start läuft „Highway to hell“ und dann geht es los. Wir starten wieder mal wie bei Hidalgo. Zumindest bis zum ersten Berg.
Die Anstiege lassen nicht lange auf sich warten. Über tolle Trails geht es erstmal oberhalb von Grainau entlang und dann in Richtung Österreich zum Eibsee. Dort beginnen die Skipisten. Es geht sie rauf und runter. Anstiege, die ich hier in meiner Region niemals so zum Trainieren zur Verfügung hätte. So bemerke ich auch sofort, dass ich nur schwer meinen Rhythmus finden kann. Das kenne ich aber schon. Also schön langsam machen. Die Sonne kommt raus und so stehe ich dann mal wieder etwas geschafft vor dem ersten Berg. Verpflege mich kurz und rauf geht’s. Oben angekommen ist es recht windig und kalt. Also schnell weiter und den nächsten Trail runter und gleich wieder steil rauf auf eine Bergkuppe. Dort oben muss ich meine Jacke anziehen und bewundere das dort oben stehende Schild. „Geschwindigkeit reduzieren und nicht überholen!“ Geschwindigkeit? Was ist das denn? Es geht bergauf, auf über 2000 m.n.N. Die sind lustig….

Okay, danach geht es abwärts über noch ein paar Restschneefelder. Eines davon nehme ich zum Anlass mal eine Runde zu rodeln. Auf meinem Hintern geht es dort runter. Dann geht es ins Tal…. Dank des intensiven Bergab-Trainings kann ich alles laufen und überhole wieder viele Läufer. Dann der zweite Berg, ich fühle mich ausgelaugt und schwach. Denke mir, „Das kenne ich ja schon“, und schleiche den Berg rauf. Auf der anderen Seite wieder das gleiche Spiel. Ich sprinte ins Tal und hole mir die anderen Läufer wieder. Kurz vor dem VP Kilometer 56 treffe ich meine Freundin auf einer Alm. Sie ist mir entgegen gelaufen, oder besser geklettert. Wir laufen nun zusammen ins Tal und zur VP. Dort merke ich, dass ich eindeutig zu wenig gegessen habe und mein Körper dringend Nahrung braucht. So werde ich wieder aufgepäppelt, wechsle Kleidung und Schuhe. Nach dem Loslaufen merke ich, wie letztes Jahr, dass ich mich wieder erhole und beginne das Tempo anzuziehen. Ich überhole jetzt auch andere Läufer in der Ebene und an den Bergen. Da kommt doch Freude auf. Die Runde auf dem höchsten und letzten Berg mache in einer Stunde und 10 Minuten. Sehr cool ist auch: Ich bin 10 Minuten schneller als im Vorjahr.
Dann geht es nur noch bergab ins Tal nach Grainau. Sind nur schlappe 5 Kilometer mit 900 Höhenmetern. Ich laufe sie nahezu durch und schaffe es sogar so schnell im Ziel zu sein, dass meine Freundin kein Foto schießen kann. Die ist nämlich zu dem Zeitpunkt noch nicht da.

Ich bin nach 21 Stunden und 46 Minuten im Ziel. Das ist eine halbe Stunde schneller als im Vorjahr. Es hat mal wieder sehr viel Spaß gemacht und mir gezeigt, dass ich für die Berge schon fit bin und ich habe jetzt schon wieder richtig Lust drauf. Leider sind meine Berg und die „Tor des Geants“ noch weit weg. Aber egal, vielleicht bekomme ich zwischendurch noch die Chance für ein paar Bergtrainingseinheiten.
Mein Highlight für 2013 steht auch schon…. wenn ihr geglaubt habt, dass die Tor des Geants mit 200 Meilen und 24.000Hm+ die Grenze ist… es geht noch länger! Gemeldet bin ich auch schon….

Bis bald Euer Thomas


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