26. Februar 2010
von Carsten Alfred Mattejiet
Richtig, ich habe schon wieder den nächsten Lauf geplant und heute Abend fällt der Startschuss für den 100 km frubiase SPORT Lauf und für den 100 Meilen Lauf. Um 20 Uhr werden hier 14 Männer an den Start gehen, um ihre 100 km bzw. 100 Meilen zu laufen. Am Samstag kommen dann noch zwölf Aktive über die Marathonstrecke dazu. Zusätzlich werden einige Lauffreunde aus der Region hier ihr Training bei uns absolvieren – also in der ersten Reihe, live und hautnah dabei sein.
Das Wetter hatte uns ja einen langen und frostreichen Winter beschert, und auch am Wochenanfang gaben sich Schnee und Frost die Klinke in die Hand. Letztendlich hat sich doch der Vorfrühling durchgesetzt. Die Strecke ist blank, gewaschen und angeweht J Nun erwartet uns ein echter norddeutscher Lauf durch die Truper Blänken und das St. Jürgensland. Regenschauer und eine Brise mit 5 Windstärken.
Auf der Webseite www.100miles.info werden wir einen kleinen LiveTicker schalten. So können wir auch in der Nacht immer wieder Infos von der Strecke ins Netzt stellen. Jetzt heißt es noch einmal einlaufen, dann die Depots einrichten, bzw. aufbauen und Rundenprotokolle wetterfest machen. Da gibt es noch allerhand zu tun, bis heute Abend die Läufer kommen. Dann wird meine Frau Anke das Zepter ganz übernehmen und unsere Tochter Frenja wird die Aidstation bei uns bestücken. Heute Abend wird sie die Aktiven dann mit dem Lied der Alten Moorrhexe auf die Strecke schicken.
Ich werde Euch ausführlich vom Lauf berichten!
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24. Februar 2010
von Tobias Sauter
Mein Name ist Tobias Sauter, ich bin 26 Jahre alt, begeisterter Marathon-Läufer und Mitglied im Team Marathon. Mit der Teilnahme an der Leichtathletik WM 2009 in Berlin habe ich mir einen großen Traum erfüllen können. Auch wenn die Teilnahme verletzungsbedingt nicht so gut lief wie erhofft, hat sie mir Geschmack auf mehr gemacht. In den kommenden Wochen möchte ich Euch hier auf dem Blog einen kleinen Einblick in meinen Trainingsalltag und das Leben rund um meinen Sport geben. Weitere Infos findet Ihr auch auf meiner Homepage www.tobias-sauter.info oder einfach mal googeln
Januar, Februar, März, April die Schneeuhr steht wohl niemals still…So könnte man die Wettersituation in Deutschland in diesem Jahr beschreiben. OK, Schnee im März und April wäre wohl die Horrorvision eines grauenvollen Wetters, die uns hoffentlich nicht erwischen wird. Das „uns“ besteht aus Waldemar Cierpinski, als Kopf des Team Marathon, Falk Cierpinski und mir. Die Flucht ins Trainingslager in das spanische Novo Santi Petri auf der Suche nach guten Trainingsbedingungen begann am 16.2.2010. Und wisst Ihr was? Wir waren erfolgreich, das Wetter ist besser wie in Deutschland, sorry natürlich „als“ in Deutschland, falls jemand auf diesen Unterschied wert legt.
Was will man also mehr? In Deutschland ist es aufgrund des Wetters momentan nahezu unmöglich die harten Trainingswochen zu überstehen. Hier in Spanien können wir aber in Ruhe unser Training durchführen, ohne es jeden Tag von neuem mit dem Schnee, der Deutschland eingenommen hat, aufnehmen zu müssen. In Spanien sind unsere natürlichen Feinde großteils nur die frei herumlaufenden Hunde, die ‚duftenden’ Laufkleider, weil wir mal wieder nicht rechtzeitig gewaschen haben, oder die Putzfrauen, die wie lebende Abrissbirnen in der Mittagspause das Hotel einmal komplett abreißen und dann wieder aufbauen…Das war es dann auch schon. Die Hunde sind eigentlich ganz friedlich, aber da wir doch etwas Respekt vor den Vierbeiner haben, habe ich uns tolle ‚Abwehrgeräte’ bestellt, die einen grauenhaften Ton von sich geben, den die Hunde nicht mögen und somit auf Abstand bleiben. Dummerweise kann ich diese Töne auch nicht ertragen und ein gewisser Falk C. muss das schamlos ausnutzen und mich armes Opfer damit ärgern
Ein Trainingstag hier in Spanien sieht etwa so aus:
7:30: Frühstück – Gespräche finden Großteils nur in unserer Fantasie statt
9:45: Verdammt, keine trockenen Kleider, ich muss föhnen
10:00-12:30: Training, z.B. ein 20 km Dauerlauf, Vor- und Nachbereitung
12:40: Kurzer Mittagssnack
13:00: Mittagsschlaf
14:00: Lern(VERSUCHE) für die Uni
16:15-18:45: Training, Dauerlauf und alternatives Training
19:00: Abendessen – nein, heute nicht den Nachtisch nehmen…oder doch die Schokotorte?
20:00: Fernsehen
22:30: Vielleicht mal einschlafen
Das war ein kurzer Einblick in einen typischen Tag von uns hier in Spanien. Bald erfahrt ihr mehr!
Viele Grüße
Tobias Sauter
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18. Februar 2010
von Thomas Ehmke
Die diesjährigen Wetterbedingungen haben die Brocken Challenge zu einer wirklichen Challenge werden lassen. Aber nun erstmal zurück zum Anfang. Schon die letzten Nachrichten des Veranstalters auf der Webseite (www.brocken-challenge.de) ließen es erahnen – dieses Mal wird es eine harte Nummer. Auf der Webseite war auch vielfach von Abbruch und Streckenverlegung die Rede. Der letzte Stand bei der Vorbesprechung am Vorabend des Starts ist dann folgender: Es wird ein kurzes Bus-Shuttle für alle Teilnehmer über ca. 2km und eine Streckenverlegung um ca. 6km geben. Das bedeutete ein Plus von 200 Höhenmetern. Grund für die Streckenverlegung: Schnee, Eis sowie Baumbruchgefahr. Bei der Frage, welche Teilnehme das erste Mal bei der Brocken-Challenge dabei sind, hoben 80% der Anwesenden die Hände. Ich muss sagen: Das erste Mal bei der BC und dann unter solchen Bedingungen – Respekt!
Nach der Einweisung gab es dann wie immer ein leckeres Nudelbüfett im Jägerhaus am Kehr. Als Schlafplatz hatte ich wieder meinen Stammplatz in der Reithalle. So ging ich also bepackt mit meinem Renngepäck und ausgerüstet mit Spikes um 6:00 Uhr an den Start. Die Spikes haben sich die ersten 40 km wirklich mehr als bewährt. Damit konnte ich bis Kilometer 20 in der Spitzengruppe mitlaufen. Nach den ersten 25 km kommen dann aber die Kilometer, die einen Vorgeschmack darauf geben, was mich im Harz erwartet wird: Tiefer Schnee und dicke Eisplatten machen ein schnelles Laufen fast unmöglich.
Nach 42km in Barbis, dem letzten großen Verpflegungsstelle vor dem Harz, treffe ich Hauke König, der meint ich sehe nicht gut aus. Meine Antwort ist nur: „Das täuscht.“ Und nach dem Wechseln der Handschuhe und dem Auffüllen der Vorräte geht es weiter. Ab diesem Zeitpunkt wird das Laufen immer schwerer und die Schneehöhen steigen immer weiter an. Unsere Wege sind zwar vielfach geräumt auch tief in den Wäldern, aber das Vorankommen ist immer noch sehr schwer, sodass meine angestrebte Zielzeit immer weiter nach hinten rutscht. Ich hoffe nur noch, dass es nicht stockdunkel ist, wenn ich auf dem Brockengipfel ankomme. Mit meinem Mitläufer Uwe Herzig quäle ich mich durch den Teil der Strecke, der durch die Streckenverschiebung hinzu gekommen ist. Den Bus-Shuttle genießen wir beide, aber nach ca. 5 Minuten ist die Fahrt auch schon wieder vorbei und wir müssen die 200 Höhenmeter, die wir vorher runter gelaufen sind, jetzt wieder rauf.
Die letzten 15km sind sehr beschwerlich. Wir versuchen neben zwei Langlaufloipen zu laufen oder zu gehen, was bedeutet, dass wir ständig im Schnee einsinken und nicht mehr sonderlich schnell vorankommen.
Im Licht unserer Stirnlampen kommen wir dann nach 11h50min auf dem Brockengipfel an. Die Strecke ist statt der sonst üblichen 81km dieses Mal 87km lang gewesen, das behauptet das GPS in meiner Uhr.
Für uns beide bedeutet das Platz 43 von 145 gestarteten Teilnehmern. Ins Ziel sind allerdings nur 113 von ihnen gekommen, was bei diesen harten Bedingungen eine wirklich nicht zu erwartende Finisherquote ist.
Nach diesem Wochenende freue ich mich noch mehr auf den Sommer, aber wer tut das nicht……
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11. Februar 2010
von Jose Aguilar-Riedl
Ich befinde mich gerade im Endstadium meines grippalen Infekts, gefühlte 70 Prozent meiner Leistungsfähigkeit sind zurück in meiner sterblichen Hülle. Soweit zu meiner Befindlichkeit.
Andreas Niedrig war ja bei uns in der JVA. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen derart grundehrlichen und authentischen Menschen kennengelernt zu haben (dürfen). Ich lebe in einer Welt, in der diese Werte keine Chance haben und auch wirklich niemand sie vermisst. In unserer Gesellschaft wird die grundlegende Ehrlichkeit oft schon im Kern erstickt oder missbraucht. Als ich Andreas getroffen habe, habe ich die Begegnung als sehr hoffnungsvoll und motivierend empfunden.
Was ich persönlich für mich erkannt habe ist, dass das Leben gar nicht so kompliziert ist, und dass Glaube, Liebe und Disziplin individuell gestaltet mit Entscheidungskraft mir Ruhe in meinem Leben geben wird.
Am Freitag nehme ich wieder mein Training auf, um einen Teil meiner Ziele zu erreichen.
Danke Andreas Niedrig!
Ciao Jose
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9. Februar 2010
von Hauke König
Ich gebe zu – am Anfang der Reise dachte ich: „Naja, ne Insel im Atlantik, mit ein paar Bergen. So wild kann das ja nicht sein und Laufen geht immer und überall.“
Dann kam der Moment, an dem ich die Fähre verließ und massive 700 Meter empor schaute. „Ok, Laufklamotten hätte ich zu Hause lassen können“, war dann der erste Gedanke „Da kommt man nie hoch, zumindest nicht von der Seeseite.“
Aber nix da. Schon am ersten Tag entdeckte ich einen Trail, der in einem Tal beginnt, das schließlich am Meer endet. Von dort zieht er sich auf etwa 840 Meter hinauf. Ein erster Versuch ergab, dass es von Haustür zum Gipfel und zurück etwa 5km (!) sind und ich diese beim ersten Versuch in 1 Stunde 20min machte. Nur mal, um zu verstehen worum es sich da handelt. Danach war ich fix und fertig – Berge boah!!
In Deutschland eisige Temperaturen und hier 24°C im Schatten. Die Sonne brennt mit ganz anderer Intensität, aber ich mach mir da mal einfach nichts draus. Das hat den einfachen Grund: Es ist mein Klima. So kam ich also nach einem ersten Antesten zu dem Schluss:
Jau, ist machbar. Gleich am nächsten Tag gab es eine Klettertour mit meiner Tochter (10 Monate), die es sich während ich ging und kletterte, in dem Rucksack auf meinem Rücken gemütlich gemacht hatte. Der Weg war dann nach 7 Km und etwa 465 Hhm weggespült und aus Gründen, welche nur ein Vater versteht, der seine Tochter auf dem Rücken trägt, drehte ich um und trat den Heimweg an. Aber zurück zum Training: In den nächsten Tagen fand ich „meine“ Strecke dort. Insgesamt 16,4 Km und etwa 1050 Hhm.
Im Hinblick auf die anstehende Brocken Challenge (http://brocken-challenge.de/) tat es mir sehr gut auch endlich mal in den Bergen zu üben. Der Tribut meiner Haltung „Eigentlich bin ich ja ganz gut trainiert“ war eine dreitägige Trainingspause. Grund: Muskelkater. Und ich gebe frei zu, dass mir meine Oberschenkel seit meinem ersten 24 Stunden Lauf nicht mehr sooo wehgetan haben. Klar, es war das Bergablaufen. Nach etwa einer Woche hatte sich dann aber sowohl meine Muskulatur, als auch meine Optik an die hiesigen Verhältnisse angepasst und ich konnte relativ frei lange Strecken mit großen Höhenunterschieden laufen. Und damit meine ich, dass es irgendwann selbst mir möglich war nach einigen Stunden noch Teilstecken zu laufen, die berauf gingen. Und nicht wie sonst solche zu wandern. Coool, ein ganz persönlicher Erfolg.
Das Wichtigste an diesem Trainingsprogramm und seiner Wirksamkeit ist auf jeden Fall die Schönheit der Gegend dort. Für einen Norddeutschen wie mich ein fast unfassbar magisches Erlebnis: Alpen ohne Schnee mit anschließendem Bad im Meer. Für Trailläufer unglaublich viele, krasse Touren, die in einer Art Vegetation und Geografie liegen auf die ich näher gar nicht eingehen möchte. Es ist warm und sonnig, es gibt Eidechsen, Kakteen, Palmen, Berge, Täler, nette Menschen, gegrillter frischer Fisch (Thunfisch), Avocados, Papayas, Bananen, Meer, Strand……
Ich wünschte Hamburg läge dort. Abgesehen vom Laufen kann man dort natürlich auch noch andere Sportarten treiben. Aber psssst!
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